Chain Letter (USA 2009)

chain-letter„Every chain has a link. Every link is a life. Break the chain, lose a life.” – Der Kettenbrief des Todes

Willst du jemandem auf den Sack gehen, schick ihm einen elektronischen Kettenbrief! Besonders in Zeiten von MyTube, YourSpace, iBook und Facephone wird einem das sinnlose Treiben umso leichter gemacht. Der Chain-Man (wütete schon im „The Hills have Eyes“-Remake: Michael Bailey-Smith), der eine verlassene Fabrik bewohnt, in der seinem Namen entsprechend überall Ketten von der Decke baumeln, versendet sie gern und oft. Leitet man seine morbide Botschaft aber nicht umgehend weiter, kommt der wortkarge maskierte Riese persönlich vorbei, um einen möglichst grausam zu töten. Zum Einsatz kommen dabei stets, welch’ Überraschung, seine Ketten. Auf diese Weise erfährt Jessies (Nikki Reed, „Twilight“) Clique bald emsige Dezimierung.

Filmische Experimente, in denen Kritik an modernen Technologien und das Horror-Sujet verknüpft werden, sind wahrlich nicht neu. „Chain Letter“ beinhaltet nicht nur beinharten Splatter, der immerhin komplett handgemacht ist, sondern auch einen tadelnden Hauch Richtung Verlust der Privatsphäre, der all den virtuellen sozialen Netzwerken der Moderne zwangsläufig anhaftet. So weit so gut. Nur hat man leider versäumt, diese zwei Aspekte spannend miteinander zu verweben. Zumal nicht wenige relevante Fragen einfach ins Leere laufen. Ähnlich wie bei den Gore-Festivitäten „The Collector“ und „Laid to Rest“ wird die Intention des Killers völlig im Dunkeln gelassen, um kurz vor Schluss mit einer kryptischen Andeutung (technologiefeindlicher Kult und so) um die Ecke zu kommen.

Nicht minder überflüssig sind leider auch die Kurzauftritte der Genre-Größen Brad Dourif (leiht Mörderpuppe „Chucky“ die Stimme), Bettsy Russel („Saw“) und Keith David („The Thing“). Immerhin der Letztgenannte bekommt als die polizeiliche Untersuchung leitender Detective Crenshaw etwas mehr Screentime zugestanden. Die bereits erwähnten Spezialeffekte überzeugen, nur können sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass ungeachtet des durchaus gelungenen Schlusstwists zu viel Leerlauf zwischen den effektvollen Hinrichtungen überwunden werden muss. So dürfte „Chain Letter” in einigen Jahren wohl auch das gleiche Schicksal erleiden wie „Cherry Falls“ oder „The Wisher“. Richtig, kein Schwein wird sich mehr daran erinnern. Es sei denn, ihr sendet dies Review an fünf Freunde, die ihrerseits fünf weitere Freunde…

Wertung: (3,5 / 10)

 

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