I Am in Love – Of Regard and Affection (2011, G-Records)

iaminloveaffectionDie Liebe, so wusste schon Connie Francis zu trällern, ist ein seltsames Spiel. Auch bei den britischen Newcomern I AM IN LOVE, die aus der Band AUTOHYPE hervorgingen und Stile wie musikalische Jahrzehnte kunterbunt durcheinander wirbeln. Das wirkt beizeiten wie eine Mischung aus David Bowie und HOT CHIP. Elektronischer Pop mit Wave-Anleihen, Synthie-Einspielungen und zarten Beats zum Mitwippen. Der Anfang dieses unbeschwerten Debüts ist von schnelleren Tanzflächenfüllern (siehe „Fool Am I?“) und der wandlungsfähigen Stimme Sebastian Twidgens geprägt. Die vokale Stärke, das zeigt bereits der reduzierte Opener „London I“, ist aber zugleich die größte Schwäche des Albums.

Twidgen treibt sein Organ bisweilen in schier schmerzhafte Höhen und dürfte damit locker Glasscherben zum Bersten bringen können. Im Kontrast zu den später folgenden verhaltenen bis melancholisch düsteren Sangespassagen mag das funktionieren. Die Liebe zur Musik wird damit aber bisweilen auf eine harte Probe gestellt. Nach den einleitenden Dance-Tunes beweisen I AM IN LOVE atmosphärische Wandlungsfähigkeit. Aus Flucht wird Rast, das Tempo ebbt in kleiner werden Wellen bis zu den wiederum lauteren zwei finalen Remixes allmählich ab. Ungeachtet der Verspieltheit macht es „Of Regard and Affection“ nicht immer leicht. Das ist sicher positiv aufzufassen, sinnbildlich für das potenziell die Geister scheidende Wesen der Band hallt aber vor allem das gewöhnungsbedürftige Klangspektrum von Twidgens Stimme nach.

Wertung: (6 / 10)

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