Buddy der Weihnachtself (USA 2003)

buddy-der-weihnachtselfAlle Jahre wieder beschert uns nicht nur das Christkind mit seiner Anwesenheit, sondern auch die obligatorische Weihnachtskomödie auf großer Leinwand, bzw. als Videoerstveröffentlichung. Und da Unterhaltungsgigant Disney zunehmend Abstand vom alljährlich das Winterquartal einläutenden Trickfilm nimmt, fällt die Bürde weihnachtlicher Stimmungserzeugung vornehmlich real inszenierten Stoffen zu. Eben solchen wie der absurden Fantasy-Komödie „Buddy – Der Weihnachtself”. Inszeniert von Darsteller („Very Bad Things”), Autor („Swingers”) und Regisseur („Made”) Jon Favreau, kombiniert die turbulente Familienkomödie groteske Gagkanonaden mit artig gestrickter Festtagsmoral. Dass sich letztere allein auf das wenig inspirierte Schlussdrittel beschränkt, bleibt verzeihlich, bewahrt Favreau sein Publikum doch vor allzu anbiedernd moralinem Kitsch.

Als sich der Weihnachtsmann (Edward Asner) eines festlichen Heiligabends am bereit gestellten Keksgedeck eines New Yorker Waisenhauses delektiert, bemerkt der bärtige Geschenkebringer nicht das von Neugier getriebene Kleinkind, dass unvermittelt in den Tiefen seines Präsentsacks verschwindet. Nach seiner Rückkehr zum Nordpol überträgt Santa Claus das Baby der Obhut eines seiner Elfen. 30 Jahre später ist Buddy (Will Ferrell, „Old School”), so der Name des unfreiwilligen Findlings, zu einem ausgewachsenen Mann mit kindlichem Gemüt herangereift. Über den wahren Hintergrund seiner Lebensgeschichte aufgeklärt, schickt sich der übergroße Elf an, im winterlichen New York seinen leiblichen Vater (James Caan, „Der Pate”) aufzuspüren. Als Buddy jedoch nach langer Reise im grünen Elfenkittel und gelber Strumpfhose vor seinen Erzeuger tritt, lässt dieser ihn kurzerhand vor die Tür setzen. Doch bleibt Buddy bei seiner Suche nach familiärer Geborgenheit hartnäckig. So findet der gutmütige Naivling nicht nur die Liebe, sondern bringt den Menschen auch die wahren Werte des Weihnachtsfests näher.

„Buddy – Der Weihnachtself” ist eine temporeiche Ein-Mann-Show Will Ferrells, unmittelbar auf das Format des „Saturday Night Live”-Komikers zugeschnitten. So verwundert es wenig, dass die farbenfrohe Ausstattung und die übermütig episodische Erzählweise zumeist oberhalb der darstellerischen Güte der Nebenakteure rangieren. Als geradezu beispielhafte Belanglosigkeit erweist sich in diesem Zusammenhang die routinierte Darbietung von Altstar James Caan, dessen urplötzliche Läuterung lediglich eine von zahlreichen Untiefen in David Berenbaums („Die Geistervilla”) Skript markiert. Eine Romanze darf natürlich auch nicht fehlen, so dass sich Buddy in die Kaufhausangestellte Jovie (Zooey Deschanel, „The Good Girl”) verlieben darf.

Aus dem unerschütterlichen Glauben seiner Hauptfigur, ein märchenhafter Elf zu sein, resultiert die humoristische Habenseite des Films, obgleich „Buddy – Der Weihnachtself” sein komisches Potenzial an irrwitzigen Slapstickeinlagen aufreibt. Im Gegensatz dazu verhält sich die finale Familienfusion ungewöhnlich verkrampft und statisch. So bedient Jon Favreaus wankelmütige Festtagsposse zwar vorzüglich vergnügliche Kurzweil, die Vorfreude seines Protagonisten auf die Weihnachtstage vermag sich jedoch nicht auf den Zuschauer zu übertragen.

Wertung: (6 / 10)

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