Bloody Marie – Eine Frau mit Biss (USA 1992)

bloody-marie-landis„You dress like a pimp and talk like a goon. What makes you news?“ – Marie

Den Zenit seiner erfrischend anarchischen Hochphase hatte John Landis längst passiert, als er Anfang der Neunziger die Horror-Burleske „Innocent Blood“ inszenierte. Von „Blues Brothers“ über „American Werewolf“ bis „Kopfüber in die Nacht“ hatte er Kultfilme in Serie vorgelegt. Nach der zahmen Erfolgskomödie „Der Prinz aus Zamunda“ schien Landis jedoch gesättigt und fand zur alten Form nicht mehr zurück. Der in Deutschland unter dem Titel „Bloody Marie – Eine Frau mit Biss“ nur auf Video veröffentlichte Neuzeit-Grusler ist lediglich ein weiterer Beleg seines Abstiegs.

Die französische Vampirin in New York wird von „Nikita“-Star Anne Parillaud ebenso freizügig wie sinnlich verkörpert. In der Unterwelt begibt sie sich auf Beutefang und saugt bereits kurz nach dem Vorspann Chazz Palminteri („Die üblichen Verdächtigen“) aus der Handlung. Der durfte zuvor noch mit dem verdeckten Ermittler Joe Gennaro (der spätere „Without a Trace“-Star Anthony LaPaglia) der Ermordung eines abtrünnigen Bandenmitglieds durch Mafiosi Sallie Macelli (gewohnt rabiat: Robert Loggia, „Scarface“) beiwohnen.

Wider besseren Wissens fällt Marie auch über den brutalen Mobster her. Bevor sie ihn nach erfolgtem Biss aber unschädlich machen kann, wird sie überrascht und muss verletzt fliehen. Mit den neu gewonnenen Kräften eines Vampirs versucht Sallie bald sein Territorium auszuweiten, was die schuldbewusste Marie mit Hilfe des mittlerweile enttarnten Joe zu verhindern sucht. Dabei geht es zwar hübsch blutig und unter Mitwirkung einschlägiger Genre-Größen zu – u.a. geben sich Regisseur Sam Raimi („Tanz der Teufel“) und Effekt-Ikone Tom Savini („Zombie – Dawn of the Dead“) die Ehre. Wirklich überzeugen kann das solide B-Movie jedoch nicht.

Landis fehlt es an frischen Ideen, um die schwarzhumorige Modernisierung des Mythos über zwei gedehnt wirkende Stunden am Laufen zu halten. Die Masken und Effekte erzielen Wirkung, vom großspurigen Einsatz farbiger Kontaktlinsen abgesehen, können den Konflikt zwischen überdrehten Gangstern und einer betont melancholischen, durch Off-Kommentare der Vampirin verstärkten Dramaturgie aber nicht auflösen. Auch das überflüssige Bettgerangel zwischen Parillaud und dem fahrlässig ausdruckslosen LaPaglia trägt nicht gerade zur atmosphärischen Blüte bei. Ein mittelprächtiges Vergnügen.

Wertung: (5 / 10)

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