John Carpenter’s Vampires (USA 1998)

vampirescarpenter„I killed my own father. I got no trouble killing you.“ – Jack Crow

John Carpenters Faible fürs Western-Genre ist hinlänglich bekannt. Bereits sein Zweitwerk „Assault on Precinct 13“ erwies sich als Hommage an das Oeuvre Howard Hawks´ – und insbesondere den Klassiker „Rio Bravo“. Auf die Spitze trieb er seine Ehrerbietung mit „Vampires“, der Jagd auf lichtscheue Blutsauger vor schwülem Wüstenpanorama. Die Gegenüberstellung der Protagonisten, die Ambivalenz zynischer Helden, nicht zuletzt die eigenen Kompositionen prägen Carpenters grimmiges Spätwerk. Inhaltlich jedoch versagt die Verfilmung des Buches von John Steakley.

Weil die Produzenten das Budget vor Drehbeginn massiv eindampften, musste Carpenter kurzfristig reagieren. Das Drehbuch wurde umgeschrieben, die Geschichte simplifiziert. Unter den rigiden Einschnitten leidet der fertige Film merklich, weist aber noch immer genügend Schauwerte auf, um nicht vollends zu scheitern. Als Fels in der Brandung erweist sich James Woods („Casino“), der als klerikal engagierter Untotenschlächter Jack Crow durch die Lande zieht und mit seiner Spezialeinheit Vampirnester aushebt. Am atmosphärisch überragenden Beginn wird er in einem verlassenen Farmhaus in der Wüste fündig.

Mit automatischen Gewehren, modifizierten Stichwaffen und der Winde eines Geländewagens bugsieren Crow, Partner Montoya (Daniel Baldwin, „Phoenix“) und seine Gefolgsleute (u.a. Mark Boone Junior, „30 Days of Night“) die Brut ins sie verzehrende Sonnenlicht. Den vermuteten Anführer jedoch finden sie nicht. Der, gespielt von B-Action-Darsteller Thomas Ian Griffith („Excessive Force“), dafür sie. Die Siegesfeier in einem einsamen Motel, mit Schnaps und Nutten auf Kirchenkosten, sprengt er ebenso jäh wie blutig. Doch das ist erst der Anfang.

Mit Hilfe der gebissenen Hure Katrina (Sheryl Lee, „Twin Peaks“), die telepathischen Kontakt mit dem Meister hält, nimmt Crow die Verfolgung auf. Von Kardinal Alba (blass: Maximilian Schell, „Das schwarze Loch“) bekommt er den jungen Priester Guiteau (Tim Guinee, „Blade“) an die Seite gestellt. Jedoch ist Eile geboten, um dem Vampir ein Artefakt streitig zu machen, mit dem er auch am Tage wandeln kann. Die Geschichte flacht im arg vorhersehbaren Mittelteil deutlich ab und schleppt sich über Verfolgungen, Visionen und Verrat einem immerhin sehenswerten Finale entgegen. Ob´s nur an den Budgetkürzungen lag? Seinem Potential hinkt „Vampires“ trotz satter Action und schwarzen Humors hinterher.

Wertung: (6 / 10)

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