Bloodsport – The Red Canvas (USA 2009)

bloodsport-the-red-canvasHereinspaziert ins Lockvogelkabinett deutscher Filmtitulierungen. Früher war es jeder noch so billige Spaghetti-Western, der durch den Django im Titel um Zuschauer buhlte. In den Achtzigern und Neunzigern wurden dann bevorzugt Kampfsport-Actioner unter einprägsamen Sammelüberschriften zusammengerafft. Man denke nur an die endlose „Karate Tiger“-Reihe, für die man die „Kickboxer“-Serie auseinanderriss und jeden halbwegs brauchbaren Beitrag aus West und Fernost unverhohlen einverleibte.

In diese Zeiten darf sich der geneigte Videothekengänger mit „The Red Canvas“ zurückversetzt fühlen, dem windige Verleiher kurzerhand das Label „Bloodsport“ anhefteten. Ein Mixed Martial-Arts-Turnier genügt als Parallele, der Rest ist unsäglicher Schrott mit vielen familiären Streitigkeiten und wenig Körpereinsatz. Die Hauptrolle bekleidet Ernie Reyes Jr. („The Process“), der den Aufstieg vom sozialen Problemfall zum Champion über jedes noch so dürftige Klischee vollzieht.

Im Knast wird Gefängnisdirektor Rask (John Savage, „Carnivále“) auf jenen von Reyes verkörperten Straßenkämpfer Johnny Sanchez aufmerksam. Während des Vietnamkrieges war Rask Teil des „Red Canvas“, einem von Vietkong-General Krang auf einem blutgetränkten Leintuch ausgetragenen Prügelmarathons gefangener US-Soldaten. Krang, im Alter gespielt von „Star Trek“-Veteran George Takei, hat es in der Gegenwart als Organisator eines gleichnamigen Kampfsport-Turniers zu Ruhm gebracht. Da kommt Johnny ins Spiel.

Mit den Eltern – Ernie Reyes Sr. („Surf Ninjas“) und Maria Conchita Alonso („Ausgelöscht“) – aber liegt der zu Trainingszwecken vorzeitig entlassene Häftling (!) im Dauerclinch. Diese im Stile einer Daily Soap dramaturgisch aufgeblasenen Querelen, die dazu noch auf den Schultern zu vieler schlechter Schauspieler verteilt werden, bereiten frühzeitig Kopfschmerzen. Zumal die Regie-Debütanten Kenneth Chamitoff und Adam Boster den kurzen Kampfszenen in hektischen Schnitten und Standbildern jeglichen Reiz nehmen.

Aber Johnny geht seinen Weg, söhnt sich mit der Familie aus, lernt Verantwortung zu übernehmen und macht durch gewonnene Vorkämpfe auch den bevorzugt geschwollen im Off schwadronierenden Rask glücklich. Zuvor muss er aber noch durch das „Red Canvas“ fegen und einem von Krang mit chemischen Substanzen zum Berserker gespritzten Kampfkoloss die Stirn bieten. Überzeugungspotential besitzt der schlappe und schwer erträgliche Turnier-Klopper nicht einmal ansatzweise, schwenkt dafür aber altbekannte Erzähl- und Bildelemente in steter Jämmerlichkeit. Ein B-Movie zum abgewöhnen.

Wertung: (2 / 10)

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