Blood: The Last Vampire (J/HK/F 2009)

blood-the-last-vampireDie Anime-Realverfilmung „Blood: The Last Vampire“ will Kulturkreise überwinden und Zuschauer in West und Fernost gleichermaßen begeistern. Gelder kamen, neben Japan und Hong Kong, aus Frankreich, wo man auch bei der Suche nach einem geeigneten Regisseur fündig wurde. Chris Nahon („Kiss of the Dragon“, „Das Imperium der Wölfe“) inszenierte die gewalttätige Mär um eine in Geheimdienstauftrag Dämonen jagende Halb-Vampirin mit südkoreanischer Hauptdarstellerin, europäischem Nebencast und der Unterstützung eines chinesischen Martial-Arts-Filmers.

Der Action-Direktion des bewährten Corey Yuen („The Transporter“) ist das relative Scheitern des Fantasy-Horrors denn auch nicht anzulasten, künden die von ihm dirigierten Eine(r)-gegen-viele-Scharmützel doch von dynamischem Schwertschwung und gleich reihenweise zerteilten Körpern. Kaum kaschieren können diese allerdings das fahrlässig uninspirierte Skript von Chris Chow („Fearless“). Das hält sich zwar in groben Zügen ans Trickfilmoriginal, fährt neben nichtigen Dialogen aber einfach zu viele bedeutungslose Randfiguren auf.

Japan, 1970: Während des Vietnamkrieges wird Schwertkämpferin Saya (Gianna Jun, „My Sassy Girl“) als Schülerin getarnt auf einen US-Militärstützpunkt geschleust, wo sie Dämonen in Menschengestalt nachspüren soll. Als sie unter den Augen von Kommandantentochter Alice (fad: Allison Miller, „17 Again“) zwei Mitschülerinnen tötet, verwickelt sie auch die unfreiwillige Zeugin in den erbitterten Kampf. Der gefährliche Einsatz gilt jedoch einem weit höheren Ziel: Der Vernichtung von Vampir-Patriarchin Onigen (Koyuki, „The Last Samurai“), die Jahrhunderte zuvor Sayas Vater töten ließ.

Visuell bedient Nahon ein bisschen von allem. Er streift modernen Comic-Horror wie „Blade“ oder „Underworld“ (bei den geflügelten Ungeheuern vor allem den zweiten Teil), zitiert in der jugendlich heroisierten Symbiose aus Schuluniform und Schwert populäre Manga-Mythen und zollt auch klassisch historischen Swordsplay-Spektakeln Tribut. Nur leider erweisen sich die Computereffekte, die Unmengen an CGI-Blut, die animierten Monster, als erschreckend (wahlweise auch belustigend) unausgereift. Im Kombinat mit ausdruckslosen Chargen und der arg unzusammenhängend wirkenden Erzählung bleibt im Abseits schick fotografierter Gewaltexzesse kaum Nennenswertes haften. Nicht mal für Fans der Vorlage ein Muss.

Wertung: (5 / 10)

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