Blood Monkey (T 2007)

blood-monkeyF. Murray Abraham vom wilden Affen gebissen! Er gilt als schauspielerisches Schwergewicht, gewann für seine Darbietung in „Amadeus“ einen Oscar und wirkte in Klassikern wie „Der Name der Rose“ mit. Doch auch ein renommierter Mime wie er lebt nicht vom Kunstkino allein. So kamen spätestens in den Neunzigern Gastspiele in Genre-Produktionen und B-Movies („Mimic“) hinzu. Deren Qualität jedoch sank in den letzten Jahren frappierend, so dass sich an seinem Können mittlerweile selbst für TV und Videomarkt gefertigte Tier-Horrorfilme reiben dürfen.

Noch vor der unsäglichen Fernsehproduktion „Shark Swarm“ wirkte er in „Blood Monkey“ mit, welcher ihn als despotischen Anthropologen auf den fanatischen Spuren einschlägiger Mad Scientists zeigt. Jener Professor Hamilton ist im Dschungel Thailands auf eine bislang unbekannte Affenart gestoßen, die sich entgegen etablierter „Missing Link“-Theorien genetisch eigenständig entwickelt hat. So können die intelligenten Räuber (aus Gründen finanzieller Überschaubarkeit nur als Schemen zu sehen) nicht bloß strategisch planen und mit stattlichem Strahl auf die Zelte ihrer anvisierten Opfer pinkeln, sondern auch Fallen bauen, die der menschlichen Perfidität in nichts nachstehen. Sehr zum Leidwesen von Hamiltons Gefolgschaft.

Die wurde beim Versuch, ein Exemplar der Spezies einzufangen, kurzerhand in Stücke gerissen. Da trifft es sich gut, dass der trotz aufbrechender Allmachtfantasien in Fachkreisen geachtete Wissenschaftler sechs aufstrebende Studenten (u.a. Matt Ryan, „The Tudors“) verschiedener Fachrichtungen einfliegen lässt und sie für seine Zwecke einspannt. Er stellt ihnen Ruhm und Ehre in Aussicht, unterschlägt allerdings die Gefährlichkeit der Forschungsmission. Die führt in ein unerschlossenes Tal, wo die riesenhaften Primaten bald offenbaren, wem die Rolle des Jägers wirklich zukommt.

Regisseur Robert Young, der neben dem Hammer-Horror „Zirkus der Vampire“ auch die Burleske „Und ewig schleichen die Erben“ drehte, fängt die undurchdringliche Naturkulisse brauchbar ein und weiß in der Einleitung sogar Spannung zu erzeugen. Doch mit der Vorstellung der Studenten, die ihren fachlichen Ausnahmestatus durch Kindereien, Klischees und (in der deutschen Synchronfassung) dumme Sprüche unterminieren, erfährt „Blood Monkey“ die qualitative Erdung nach gewohnter Maßgabe. Viel passiert nicht, die subjektive Kamera kreist und am (zumindest um Konsequenz bemühten) Ende sind alle tot. Das geht sicher auch schlechter. Schlecht genug ist der Film aber allemal.

Wertung: (3 / 10)

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