Der Blob (USA 1988)

der-blob-1988„I feel like the one-legged man in an ass-kicking contest.“ – Sheriff Geller

Moderne Remakes klassischer B-Movies der Science-Fiction arten beizeiten in rüde Schlachtplatten aus. Das trefflichste Beispiel ist John Carpenters drastische Interpretation von „Das Ding aus einer anderen Welt“. Ähnlich blutdurchtränkt, wenn auch deutlich ironischer angelegt, ist „Der Blob“, Chuck Russels („Die Maske“) Neufassung des herrlich trashigen „Schrecken ohne Namen“ von 1958. Mit dem noch krauseren, 14 Jahre später produzierten Sequel, ging das Interesse am hungrigen Weltraumgallert verloren. Bis er pünktlich zum 30. Geburtstag erneut über eine ahnungslose US-Kleinstadt herfallen durfte.

Im Provinznest Arborville geht ein Meteorit hernieder, dem eine zähflüssige Substanz entweicht. Die Neugier des Dorfclochards ist geweckt, doch nimmt der Schleim gleich dessen Arm in Beschlag. Football-Ass Taylor (Donovan Leitch, „Todesparty 2”) und Cheerleaderin Meg („Saw”-Sterbehelferin Shawnee Smith) sind helfend zur Stelle, ebenso der stadtbekannte Rowdy Flagg (Kevin Dillon, „Platoon“), der mit Moped und derbem Haarteil den Hinterwald aufmischt. Im örtlichen Spital verleibt sich der toxische Glibber neben dem Obdachlosen auch Taylor ein, was den Effektspezialisten Überstunden und dem unappetitlichen Film erste Aha-Erlebnisse beschert.

Natürlich gerät vorangestellt Flagg in Verdacht, weil er sich schon früh vom Tatort verabschiedete. Und Megs Ausführungen des menschenfressenden Wackelpuddings will schon gar niemand Glauben schenken. Mit Ausnahme des vorverurteilten Rüpels, der es neben dem rasch wachsenden Blob bald auch mit geschwind herbeigeeilten Staatsdienern zu tun bekommt. Die aber sind an schneller Hilfe nicht interessiert, schließlich entspringt der bakterielle Klumpen, der auch noch für die Ausrottung der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird, eigener Herstellung.

Regisseur Russel, der mit dem späteren Erfolgsregisseur Frank Darabont („Die Verurteilten“) auch das Skript verfasste, greift relevante Stationen des Vorläufers auf, unterfüttert diese aber entgegen seiner Geschwätzigkeit mit hohem Tempo und vielen Schauwerten. Unter den effektvoll zusammenschmelzenden Opfern findet sich auch „Baywatch“-Nixe Erika Eleniak. Sie wird zum Mosaikstein eines stark getricksten Splatterfilms mit entlastendem Hang zur Selbstironie. Das Fragezeichen am Ende des Originals wird hier durch einen krausen Geistlichen zum Sinnbild des jüngsten Gerichts nach biblischer Vorgabe. Ein trefflicher Spaß für Hartgesottene.

Wertung: (7 / 10)

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