Piranha 3D (USA 2010)

piranha-3dSind blanke Brüste in 3D wirklich die Rettung des Kinos? Wohl eher nicht. Die des Tier-Horrors aber ganz bestimmt! Denn was Splatter-Regisseur Alexandre Aja („The Hills have Eyes“) mit seinem vagen Remake des B-Klassikers „Piranha“ auf die Leinwand bringt, ist mit einem Wort unanständig. Der Franzose verzichtet bei seinem Creature Feature auf den hommagierenden Humor eines „Tremors“ und tischt eine schrille, laute und zugleich ultrablutige Fischplatte auf, die jedes Klischee mit Wonne aufnimmt und das Niveau derart niedrig ansiedelt, dass Nacktheit im Stile eines Playboy-Videos geradezu zelebriert wird.

Wo Cineasten verächtlich die Nase rümpfen, kommen Freunde des überspitzten B-Films voll auf ihre Kosten. Aja beweist bereits zum Auftakt sicheres Gespür für die Materie, wenn er Alt-Star Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“) noch vor den Anfangstiteln zu Fischfutter verarbeitet. Ein Schwarm urzeitlicher Piranhas nämlich wird durch ein Beben aus einem unterirdischen See befreit und trachtet fortan Einheimischen und ansässigen Urlaubern mit reißenden Beißerchen nach dem Leben. Und das ausgerechnet, während an Land der Partyexzess Spring Break losbricht.

Die ausschweifenden Feierlichkeiten halten Sheriff Julie Forester (Elizabeth Shue, „Leaving Las Vegas“) auf Trab. Doch als die ersten abgenagten Leichen auftauchen und sie der Gefahr mit dem Seismologen Novak (Adam Scott, „Die Stiefbrüder“) in die kalten Glubschaugen schaut, scheint die Katastrophe kaum noch abwendbar. Unterdessen lässt sich Julies Teenagersohn Jake (Steven R. McQueen, „The Vampire Diaries“) von Sexfilmer Derrick (mit sichtlichem Vergnügen bei der Sache: Jerry O’Connell, „Tomcats“) als Führer anheuern, worauf er die kleinen Geschwister allein lässt. Mit absehbaren Folgen für alle Beteiligten.

Der Witz bleibt so flach wie die Dialoge und Aja kostet nackte Haut, subjektive Kamerafahrten und kalkulierte Spannungsmomente bis zum heftigen Massensterben konsequent aus. Nebendarsteller wie Ving Rhames („Dawn of the Dead“), Christopher Lloyd („Zurück in die Zukunft“) oder „Hostel“-Regisseur Eli Roth halten bei der Stange, bis die CGI-Killerfische den See mit rabiater Wundzeichnung – einmal mehr trefflich umgesetzt von Gregory Nicotero und Howard Berger („From Dusk Till Dawn“) –, Hektolitern an Blutverlust und gar dem delikaten Detail eines zerkauten Penis überziehen. „Piranha 3D“ wird damit zu dem trefflichen Partyfilm, der „Snakes on a Plane“ immer sein wollte. Fortsetzung definitiv erbeten!

Wertung: (7 / 10)

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