Black Christmas (USA 2006)

black-christmas-remake„Everyone should be home for Christmas.“ – Psychopath mit Heimatverbundenheit: Billy

Das Slasher-Revival macht vor keinem Klassiker halt! Auch Bob Clarks wegbereitender Thriller „Black Christmas“ (1974) – der Deutsche Verleih machte daraus „Jessy – Treppe in den Tod“ – wurde in der Klischeetunke der Genrebelebung neu verfilmt. Immerhin, und das darf bei katastrophalen Remakes wie dem von „Prom Night“ durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen werden, aber mit einer gesunden Prise tiefschwarzen Humors. Die braucht es auch, um vor allem die fahrlässigen Längen im Mittelteil vergessen zu machen.

Statt eines mörderischen Unbekannten nistet Autor und Regisseur Glen Morgan (besorgte auch die Neuauflage von „Willard“) den Mörder Billy Lenz (Robert Mann) im verschneiten Verbindungshaus ein. Der, so offenbaren überflüssige Rückblicke, wurde von seiner herrischen Mutter auf den Dachboden gesperrt, nachdem er mit ansehen musste, wie sie und der neue Gespiel den Vater erschlugen und unter dem Haus verscharrten. Doch ach, der versoffene Ersatzmann brachte es einfach nicht, so dass Mutter eines Abends den eigenen Sohn bestieg. Das wiederum führte zur Geburt von Agnes (Dean Frizz), der Billy eines heiligen Abends ein Auge ausstach und sich gleich am Rest der Familie blutig rächte.

Oben drauf auf Inzest und Muttermord gibt es noch „Weihnachtsplätzchen“, die Billy mit Förmchen aus dem Körper der toten Erzeugerin ausstach. Zur Belohnung landete er in der Klapsmühle, aus der er sich in der filmischen Gegenwart gewaltsam befreit. Sein Weg führt ihn zurück ins Elternhaus, das in der Zwischenzeit einer Studentinnen-Wohngemeinschaft (u.a. Michelle Trachtenberg, „Buffy“) als Verbindungshaus dient. Kurz vor Weihnachten wollen die jungen Frauen mit Hausmutter Mrs. Mac (wirkte schon im Original mit: Andrea Martin) die alljährliche Bescherung begehen. Eingeschneit und von jeder Hilfe abgeschnitten, werden sie erst von unheimlichen Anrufen und schließlich dem heimgekehrten Killer in Persona terrorisiert.

Mit sorgsam eingebrachten Referenzen tritt Morgan in die Fußstapfen des schauerlichen Vorbilds. Durch die (explizite) Erläuterung der pervertierten Vorgeschichte kommt dem Film allerdings die Unberechenbarkeit und damit ein Großteil der Spannung abhanden. Der Rest ist vorhersehbares Sterben mit herausgepopelten Augäpfeln und betont übertriebenen Gewaltschocks. Als ´Final Girl´ Kelli darf Katie Cassidy („Unbekannter Anrufer“) aus der Riege der attraktiven Aktricen hervorstechen und Billy (und Schwester/Tochter Agnes) einen kurzweiligen Überlebenskampf bieten. Ein wenig reizvoller erscheint „Black Christmas“ durch die Fülle an alternativen Enden und Schnittfassungen (siehe die dt. Steelbook-Edition). Allerdings unterstreichen auch diese lediglich die relative Ratlosigkeit dieses mittelmäßigen Blutbads.

Wertung: (5 / 10)

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