Betontod – Antirockstars (2011, Better Than Hell)

betontod-antirockstars„Wir spielen keine Popsongs / Wir lieben nur die harten Melodien / Wir scheißen auf den Mainstream / Passen nicht in eure Strategie“

Mit der eingangs zitierten Nummer „Keine Popsongs!“ zeigt sich exemplaisch, wie nah Freud und Leid auf der fünften BETONTOD-Scheibe Antirockstars beieinander liegen. Der bereits auf der vorangegangenen gleichnamigen EP veröffentlichte Track beansprucht lautstark die Individualität der Außenseiter. Gemessen am Pop ist das sicher kein Mainstream, in der Verknüpfung hymnisch aufbereiteter Texte und knalligem Straßenrock aber auch alles andere als unkonventionell. Auf einer solchen Schiene setzten die BÖHSEN ONKELZ früher schließlich Millionen Tonträger ab.

Vergleiche allerdings sind müßig, denn in den zwei Dekaden ihres Bestehens hat sich auch BETONTOD als Marke etabliert. Allerdings ist die ewige Beweihräucherung des Außenseitertums im Kombinat mit ausgezehrten Durchalteparolen (siehe „Steh auf!“) doch reichlich abgeschmackt. Aber „Antirockstars“, der fünfte und wiederum über das bandeigene Label Better Than Hell herausgebrachte Langspieler der Nordrhein-Westfalener ist glücklicherweise mehr als eine stumpfe Klischeesammlung – auch wenn sich der Quoten-Suff-Gassenhauer „König Alkohol“ doch etwas anbiedernd an die eigene Historie anlehnt.

Dass es aber vor allem rasant, zwischen Punk und Metal schwer rockend und Dank ausgeprägten Hintergrundgesängen vor allem hochgradig eingängig zugeht, dafür sorgen neben dem Opener „Gloria“ ohrwurmtaugliche Hits des Kalibers „Auf eine gute Zeit“ oder „Mit Vollgas durch die Hölle“. Ob man das nun Authentizität oder Kalkül nennen will, bleibt schlussendlich nebensächlich. BETONTOD holen musikalisch (und meist auch textlich) zu einem packenden Rundumschlag aus, der nicht mit Herzblut geizt und das bierselige Grölen zur Pflicht erhebt. So bleibt „Antirockstars“ ungeachtet ihrer Schwächen eine mitreißende Scheibe.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top