Baymax – Riesiges Robowabohu (USA 2014)

baymaxVon Comic-Verfilmungen aus dem Marvel-Universum ist man kernige Blockbuster-Unterhaltung gewohnt. Seit ein paar Jahren kümmert sich der Business-Riese mit großem Erfolg selbst um die Leinwandableger seiner Superhelden. Eine Ausnahme ist Disneys Animations-Abenteuer „Baymax – Riesiges Robowabohu“. Die Vorlage „Big Hero 6“, so auch der Originaltitel, legt den Stoff als klassischen Familienfilm an und rückt den (im Deutschen) titelgebenden Erste-Hilfe-Roboter ins Zentrum der Geschichte. Und weil der nicht nur in seinen Bewegungen ungelenk wirkt, sondern auch liebenswert plump auf menschliche Empathie programmiert ist, gibt es insbesondere für kleinere Zuschauer viel zu lachen.

Bis er jedoch ins Geschehen eingreift, wird das Verhältnis der ungleichen Brüder Hiro und Tadashi beleuchtet. Der Zweitgenannte arbeitet am technischen Institut der Universität von San Fransokyo, eine, wie der Name vorwegnimmt, architektonische Mischung aus San Francisco und Tokio. Der hochbegabte jüngere Hiro verschwendet sein Talent lieber an illegale Roboterkämpfe, lässt sich bei einem Besuch der Arbeitsstätte des Bruders jedoch davon überzeugen, sich selbst um die Aufnahme an der Fakultät von Professor Callaghan (im Original mit der Stimme von James Cromwell) zu bemühen. Dazu entwickelt er Nanobots, winzige Robotereinheiten, die er per Gedankenkraft befehligen kann.

Bei der öffentlichen Präsentation bricht jedoch ein Feuer aus, das neben Callaghan auch Tadashi verschlingt. Hiro ist am Boden zerstört, erhält aber unverhofften Trost durch den von Tadashi kreierten „Gesundheitsassistenten“ Baymax (für die deutsche Stimmgabe wurde Bastian Pastewka verpflichtet), der darauf programmiert ist, Leid zu lindern. Der Zufall bringt die beiden auf die Spur eines maskierten Bösewichts, der in einer leerstehenden Fabrik in großer Zahl Hiros Nanobots herstellt. Um den Tod des Bruders zu sühnen, modifiziert Hiro den sanftmütigen Baymax und gewinnt Tadashis Uni-Freunde als schlagkräftige Mitstreiter. Sein Wunsch nach Rache stellt die Gemeinschaft jedoch auf eine harte Probe.

Als Disney-typischer Wohlfühlfilm mit Herz und kindgerechter Botschaft überzeugt „Baymax“. Abseits des spleenigen Roboters, der sich bei fortschreitender Batterieentladung wie im Vollrausch verhält, können die Protagonisten jedoch nur bedingt begeistern. Der Rest der „Big Hero 6“, Tadashis Kommilitonen, wirken in ihrer möglichst unterschiedlichen Beschaffenheit mehr wie Füllmaterial. Auch gelingt es den Regisseuren Don Hall („Winnie Puuh“) und Chris Williams („Bolt“) nicht, die Superhelden-Ausprägung reibungslos in den Plot zu integrieren. Die mit beeindruckendem Detailreichtum animierte Trick-Komödie macht zweifelsfrei Spaß. Eine weniger episodische Story hätte dem gegen Ende auf standardisiertes Actiongewitter und überraschungsarme Identifikation des Schurken setzenden Film aber sicher nicht geschadet.

Wertung: (7 / 10)

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