Avail – One Wrench (2000, Fat Wreck)

avail-one-wrenchEnde der Neunziger rüstete Fat Wreck auch im Hardcore-Bereich auf. Neben dem Klassiker SICK OF IT ALL wurde mit AVAIL eine der spannendsten Bands des Genres verpflichtet. Deren Mix aus brachialer Kante und rau-melodischem Punk-Rock hatte sich spätestens durch die famosen Platten „4am Friday“ (1996) und „Over the James“ (1998) zum echten Geheimtipp gemausert. So erlangte das Gespann aus Richmond, Virginia, auch in unseren Breiten einen höheren Bekanntheitsgrad, tourte im Vorprogramm von Combos wie BOYSETSFIRE oder LAGWAGON und hinterließ (auch dank Hintergrund-Shouter und Maskottchen Beau Beau) bleibende Eindrücke. Auf „One Wrench“, ihrem fünften Langspieler und zugleich dem ersten bei Fat Wreck, spielen die Mannen um Stimmgewalt Tim Barry ihre Stärken einmal mehr voll aus.

Die Produktion wirkt ungeschliffen und dem Trend jener Zeit ein gutes Stück entgegengesetzt. Doch trägt das lediglich zur Stimmung der Platte bei. Die feuert in rund 33 Minuten 14 kritisch gefärbte Kracher ab, die stramm vorwärts preschen und dennoch nie die für AVAIL typischen hymnischen Refrains – sowie die immer wieder aufblitzenden Anleihen beim Southern-Rock – außer Acht lassen. Angefangen beim wuchtigen, programmatisch „Fast One“ betitelten Auftakt werden Kompromisse rigoros gemieden. Dafür setzt es ein bemerkenswertes Hit-Feuerwerk, dessen Gipfel mit dem unverschämt ohrwurmlastigen „New Song“ erklommen wird. Doch auch „Taken“, „N30“, „Leveled“, „Invisible“, „Heron“ oder das vergleichsweise gemächliche „High Lonesome“ halten das Qualitätslevel beständig hoch. Für Freunde gehaltvoller Krachsalven ein absolutes Muss!

Wertung: (8 / 10)

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