Auf die harte Tour (USA 1991)

aufdiehartetourSeine letzte wirklich glanzvolle Hauptrolle absolvierte der ehemalige Teen-Star Michael J. Fox („Zurück in die Zukunft“) in der Action-Komödie „Auf die harte Tour“. Deren Reiz liegt in der Gegenüberstellung grundverschiedener Charaktere, dem bewährten Schema des Buddy Movies, mit dessen Besetzung hier aber parodistischem Charme Tür und Tor geöffnet wird. Denn dem bübchenhaften Hollywood-Star Nick Lang (Fox) wird mit John Moss (James Woods, „Shark“) ein knallharter Cop in „Dirty Harry“-Manier gegenübergestellt.

Lang, der endlich als Charakterdarsteller ernst genommen werden will, sieht in sich den Method Actor erwachen, als er einen von Moss´ unrühmlichen Auftritten in den Nachrichten verfolgt. Der nämlich hat alle Hände voll zu tun, den berüchtigten Killer „Party Crasher“ (Stephen Lang) dingfest zu machen. Als wenig kooperativ erweist sich sein Vorgesetzter (Delroy Lindo, „Schnappt Shorty“), der ihm den aufdringlichen Schauspieler zu Vorbereitungszwecken auf die nächste Rolle zur Seite stellt. Schon bald wirbelt Lang neben dem Dienst- auch das Privatleben des zynischen Polizisten durcheinander.

Regisseur John Badham („Stakeout – Die Nacht hat viele Augen“), nicht eben geeicht auf familientaugliche Unterhaltung, spickt die Geschichte mit reichlich Action, lässt Blut fließen und allerlei Autos im großstädtischen Verkehr zu Schrott fahren. Während der Plot um den (hier herrlich eitlen) Serienmörder und seine Häscher aber einem altbackenen Standard entspricht, mehrt der Anspielungsreichtum um die ungleichen Zwangspartner den Unterhaltungswert immens. Gegen Hollywood insgesamt und den Polizeifilm im Speziellen wird scharf und pointiert geschossen, was durch die Film-im-Film-Ebene noch verstärkt wird.

Die Ernsthaftigkeit, aber auch die mimische Wandlungsfähigkeit, mit der Nervensäge Fox und Haudrauf-Held Woods aufeinandertreffen, macht „Auf die harte Tour“ selbst bei mehrmaligem Ansehen zum gestandenen Vergnügen. Mit prominentem Nebencast, darunter Annabella Sciorra („Das Begräbnis“) sowie LL Cool J („Mindhunters“) und Christina Ricci („Sleepy Hollow“) in ihren Debütrollen, knackiger Action und bissigem Witz überzeugt der turbulente Nestbeschmutzer auf ganzer Linie und versteht die meisten Klischees ironisch zu seinen Gunsten zu tarieren. Auch nach fast 20 Jahren noch ein großer Spaß.

Wertung: (7 / 10)

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