Armour of God – Der rechte Arm der Götter (HK/YUG 1986)

armour-of-godJackie Chan auf den Spuren von Indiana Jones? Schwer zu glauben, funktioniert in „Der rechte Arm der Götter“ aber nach dem hergebrachten Prinzip aus klasse choreographierten Keilereien und kindlichem Humor. Es fehlen also nur noch die Nazischergen, an deren Statt sich der quirlige Kung Fu-Tausendsassa im ehemaligen Jugoslawien mit den Mitgliedern einer teuflischen Sekte herumplagt. Groß sind die Gemeinsamkeiten zwischen den Figuren also nicht. Es geht um kostbare Artefakte und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Als Aufhänger für eine weitere One Man-Show des agilen Martial Arts-Komödianten genügt das aber allemal.

Zu Beginn raubt Jackie, der seinen Namen im Film der Einfachheit halber behält, im afrikanischen Hochland ein antikes Schwert. Das davor kniende Naturvolk ist ob der dreisten Enteignung selbstredend wenig begeistert, hat der gewitzten Flucht des Eindringlings aber wenig entgegenzusetzen. Dabei verlängert sich die Haarpracht des Abenteurers sichtbar, was aus einem verunglückten Stunt resultiert, bei dem sich Chan eine schwere Schädelverletzung zuzog. Wie andere „Missgeschicke“ ist auch diese Szene, bei der ihm ein abbrechender Ast die unsanfte Landung auf einem Felsen bescherte, im Abspann des Films dokumentiert. Der Meister trug es demnach mit Fassung.

Das Schwert ist Teil der sagenumwobenen Rüstung Gottes, an der die erwähnte Sekte reges Interesse zeigt. Also wird Jackies Ex-Freundin Lorelei (Rosamund Kwan, „Schrift des Todes“) entführt und er gezwungen, die fehlenden Stücke zu beschaffen. Erschwert wird die Angelegenheit durch seinen Freund Alan (Popstar Alan Tam, „Casino Raiders“), der ihm die Geliebte einst ausspannte. Nach einigen Querelen erklärt sich der vermögende Graf Bannon bereit, Jackie die in seinem Besitz befindlichen Segmente der Rüstung zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug wohnt seine Tochter May (Lola Forner, „Powerman“) der Mission bei. In einer von verzweigten Höhlen gesäumten Bergfestung kommt es zum Showdown.

Abgesehen von der für asiatische Verhältnisse exotischen Europakulisse ist der von Jackie Chan und Eric Tsang („Mad Mission“) inszenierte Streifen typisches Hongkong-Actionkino. Die Story ist flach und bestenfalls Aufhänger für munteren Schabernack. Der Humor schwankt zwischen infantil und bieder, was den Zahn der Zeit nicht unbedingt hat Gnade mit dem Film hat walten lassen. Heraus reißt es einmal mehr die Kampfkunst, bei der Chan aus dem Vollen schöpft, wenn er in den Kampf gegen Sektenkiller oder afrikanische Kampfamazonen in drallem Lederoutfit zieht. Reduziert auf die Akrobatik ist es ein Fest für Genrefans. In Kombination mit der halbherzigen Handlung und weitgehend blassen schauspielern aber bleibt dies nicht vor Durchhängern gefeit.

Wertung: (7 / 10)

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