Architects – All Our Gods Have Abandoned Us (2016, Epitaph Records)

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Machen wir uns nichts vor, 2016 ist bislang kein besonders gutes Jahr: Brexit, Donald Trump und ISIS an jeder Straßenecke und dann stirbt auch noch Bud Spencer. Kein Wunder also, dass man geneigt ist, ein Stück des Glaubens an die Menschheit einzubüßen. Oder wie es bei den ARCHITECTS etwas rabiater heißt: „All Our Gods Have Abandoned Us”.

Album Nummer sieben der Band aus Brighton klingt unverkennbar nach ARCHITECTS, nach einer konsequenten Weiterführung des Vorgängers „Lost Forever//Lost Together” und nach nahezu handwerklicher Perfektion. Aber eben vor allem eins: unglaublich düster. Dem Clean-Gesang von Sam Carter wurde in den insgesamt elf Kompositionen kaum Platz eingeräumt, stattdessen wird geshoutet und textlich gewütet, was das Zeug hält. Die Distanz zum Metalcore wird zudem immer größer, während man musikalisch zielsicher in Richtung Metal steuert. „All Our Gods Have Abandoned Us” ist sicherlich kein Death-Metal-Album geworden, aber zumindest die häufig anzutreffenden, athmosphärischen Keyboards weisen etwas in diese Richtung.

Insgesamt ist „All Our Gods Have Abandoned Us” dabei ein sehr homogenes Album, was die beklemmende, desillusionierte Stimmung des Longplayers perfekt unterstreicht. Andererseits ist „All Our Gods Have Abandoned Us” aber leider auch ein Album, dem ein wenig die Abwechslung und die Eingängigkeit abhanden kommt. Während etwa das Vorgängeralbum ebenfalls eine sehr dichte Athmosphäre aufweisen konnte, haben doch Songs wie „Broken Cross” oder „Naysayer” eine gewisse Eingängigkeit mitgebracht und Nummern wie „Gravedigger” oder „The Devil Is Near” für Abwechslung gesorgt, ohne dass das Album seinen roten Faden verloren hatte. Eben dieser rote Faden ist auf „All Our Gods Have Abandoned Us” hingegen eher ein zentimeterdickes Tau, durch das eben auch die ein oder andere Gelegenheit zu Experimenten und Ohrwürmern ausgelassen wird.

Ob man ARCHITECTS nun mit mehr oder weniger Metal-Kante und mit mehr oder weniger Eingängigkeit besser findet, ist letztendlich sicherlich Geschmackssache. Entsprechend schwierig ist es auch, „All Our Gods Have Abandoned Us” in die Hitliste der ARCHITECTS-Releases einzuordnen. Nicht umsonst heißt ein berühmtes Sprichwort schließlich „Alles ist subjektiv, aber ‘Daybreaker’ ist das beste ARCHITECTS-Album”. Oder so ähnlich…

Wertung: (7,5 / 10)

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