American Pie – Jetzt wird geheiratet (USA/D 2003)

amrican-pie-jetzt-wird-geheiratetDie Herren Jason Biggs, Sean William Scott, Eddie Kaye Thomas und Thomas Ian Nicholas gehörten in den letzten Jahren zum Stamminventar eines jeden Lichtspielhauses und erfreuten die Welt mit mehr oder weniger amüsanten Zoten rund um Pubertät, Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung. Trotz aller Plattheit wurden die ersten beiden „American Pie“-Filme zu Kassenschlagern und öffneten dem einen oder anderen Darsteller weitere Karriere-Türen.

Mit „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ wird das vorerst letzte Kapitel aufgeschlagen, in dem die Hochzeit von Jim (Jason Biggs) und seiner Freundin Michelle (Alyson Hannigan) ansteht. Der Antrag geht ähnlich in die Hose wie die gesamten Vorbereitungen zum großen Event. Bei dem versuchen die alten Schulkumpanen Finch (Eddie Kaye Thomas) und Kevin (Thomas Ian Nicholas), zu retten was zu retten ist, denn der eigentlich nicht eingeladene Unruheherd Stiffler (Seann William Scott) muss unter Kontrolle gehalten werden. Dieser jedoch macht sich ungeniert an Cadence (January Jones), die Schwester von Michelle heran, deren Eltern ohnehin gehörige Zweifel hegen, ob der gewählte Gatte denn der Richtige ist.

Während man für den zweiten Teil der Reihe noch alle Darsteller aus Teil eins gewinnen konnte, vermisst man im dritten Aufguss doch verschiedene bekannte Gesichter. Nachvollziehbar ist das allemal, bekleckerte sich Drehbuchautor Adam Herz, der bereits die ersten beiden Teile schrieb, mit dieser Arbeit wahrlich nicht mit Ruhm. Das Fernbleiben von Mena Suvari, Shannon Elizabeth, Tara Reid oder Chris Klein lässt sich daher gut verstehen. Übrig geblieben sind aber natürlich noch eine ganze Reihe mehr oder minder liebgewonnener Charaktere, die allerdings stellenweise gehörig an Sympathiepunkten verlieren, oder, sofern sie noch nie welche besessen haben, einfach nur nerven.

In der Vergangenheit stachen Jason Biggs („Loser“), Alyson Hannigan („Buffy“) und Eugene Levy („Vier lieben Dich“) als Jims Vater aus dem Kollektiv heraus und sorgten für die prägendsten Lacher. Auch ein im Grunde nerviger Seann William Scott („Road Trip“) hatte seine lichten Momente, doch gerade die Figur des Stiffler wirkt in „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ nur noch peinlich, völlig überzogen und bereits mit seinem Erscheinen einfach nur lästig. Als sei der Film vornehmlich auf ihn abgestimmt, dreht sich alles nur um seine Figur, die als Vorzeigemacho par Excellence um keinen Fettnapf verlegen ist. Mit Witz hat Stiffler eigentlich nichts mehr zu tun, vielmehr wird mit dem Holzhammer jegliches Klischee plattgemacht. In diesem Zusammenhang wirkt die moralische Wandlung zum Ende hin ebenso unglaubwürdig wie unnötig.

Die Figuren des Finch und vor allem die des Kevin bleiben dafür gewohnt blass. Zwar kämpft Finch mit Stiffler gemeinsam um Michelles Schwester, doch das Hauptaugenmerk liegt aufgrund seiner übermächtigen Präsenz einfach auf Seann Wiliam Scott. Doch auch Eugene Levy wirkt im dritten Teil mehr aufgesetzt und auch gewollt lustig als man es bisher kannte. Seine gut gemeinten Ratschläge und das Talent, in den unmöglichsten Situationen aufzutauchen, sind allmählich ausgereizt. Natürlich gibt es gewohntermaßen wieder einige Stellen, die jenseits der Gürtellinie angesiedelt sind, doch sind diese Szenen bereits im Vorfeld erkennbar. Waren die ersten beiden Teile zumindest noch unterhaltsam, verliert Teil drei im Vergleich doch deutlich an Boden. Einige mehr als nervige Figuren tun ihr Übriges, dass die humoristische Trefferquote knapp über null liegt. Dazu fehlt es schlicht an Charme.

Wertung: (4 / 10)

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