Movie 43 (USA 2013)

movie43Warum nicht mal wieder eine Sketchparade auf die große Leinwand bringen, mit vielen Stars und noch mehr Zoten? Die Antwort ist simpel: Weil derlei mini-episodische Konzepte zwar im TV funktionieren, jedoch nur selten Massen ins Kino locken. Zu spüren bekamen das auch die Produzenten – als federführend gilt Peter Farrelly („Verrückt nach Mary“) – von „Movie 43“, einem auf dem Papier vielversprechenden Ansatz, der aber allein davon getragen wird, dass sich gestandene Darsteller größtmöglich zum Affen machen.

Lose verklebt werden die für sich stehenden Einspieler durch eine überflüssige Rahmenhandlung, in der ein junger Computer-Nerd vom älteren Bruder aus Jux angespornt wird, in den verborgenen Winkeln des Internet einen verruchten Film aufzuspüren. Dabei stoßen sie auf verschiedene Zeugnisse menschlichen Wahnsinns. Bei einem davon muss Kate Winslet („Die Vorleserin“) während eines Dates mit Grausen feststellen, dass ihrem charmanten Begleiter („Wolverine“ Hugh Jackman) ein Hodensack vom Kinn herunterbaumelt.

Das Niveau ist denkbar tief gestapelt und Respektlosigkeit ist Trumpf. Die Schauspieler hatten unbestreitbar Spaß, doch variiert die Güte der kurzen Absurditäten stark. Der oben beschriebene Beitrag darf zu den besseren gezählt werden. Ebenso der, in dem Naomi Watts („King Kong“) und Liev Schreiber („Salt“) die schulische Erziehung ihres Sohnes selbst übernehmen – inklusive aller zur Adoleszenz gehörigen Erfahrungen und Demütigungen. Die aberwitzigste Episode zeigt eine hemmungslose und herrlich groteske Runde „Wahrheit oder Pflicht“ zwischen Halle Berry („Cloud Atlas“) und Brit-Komiker Stephen Merchant („Extras“).

Der Großteil der übrigen Sketche fällt im direkten Vergleich jedoch deutlich ab. Da plagen sich die „Dukes of Hazzard“ Seann William Scott und Johnny Knoxville mit einem gefangenen Kobold (Gerard Butler, „Gamer“), Chloë Grace Moretz („Kick-Ass“) und Christopher Mintz-Plasse („Superbad“) verfallen ob ihrer ersten Periode in Hysterie, Anna Faris („Scary Movie“) erachtet es als größten Liebesbeweis, wenn ihr Verlobter buchstäblich auf sie scheißt und Richard Gere („Chicago“) wird mit den Gefahren eines digitalen Musikspielers in Frauenform konfrontiert. Trotz durchaus spaßigem Ansatz fehlt es dem Gros der Beiträge schlicht an zündenden Pointen.

Am Ende ist der Zuschauer der kalkulierten Geschmacksüberschreitung schlicht überdrüssig. Zumal die Verknüpfung satirisch-provokanter Puzzleteile bei artverwandten Werken wie „Kentucky Fried Movie“ oder „The Onion Movie“ doch deutlich überzeugender wirkt. Für ein paar Schenkelklopfer taugt „Movie 43“ fraglos. Nur wirkt das Potenzial der Summe populärer Namen vor – in weiteren Rollen agieren Emma Stone („Zombieland“) und Seth MacFarlane („Ted“) – wie hinter der Kamera – es inszenierten u.a. Steven Brill („Little Nicky“) und Brett Ratner („Rush Hour“) – doch insgesamt fahrlässig vergeudet. Gesehen haben muss man das ungeachtet des beachtlichen Star-Schaulaufens sicher nicht.

Wertung: (4 / 10)

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