American Pie präsentiert: Die nächste Generation (USA 2005)

american-pie-die-naechste-generationDie Teenager-Klamotte „American Pie“ (1999) war nicht nur ein durchschlagender Finanzieller Erfolg, sondern auch Reformator der Filmgattung des Pennäler-Lustspiels. Zwei Ableger später war der Kuchen fürs Kino gegessen – was blieb war der kleine Hunger auf infantile Albernheiten. Den soll nun die für den Videomarkt produzierte Quasi-Fortsetzung „American Pie: Band Camp“ stillen. In der gibt sich bis auf zwei Ausnahmen – „Shermanator“ Chris Owen („Dear Wendy“) und ein unterforderter Eugene Levy („Einmal Himmel und zurück“) – kein Darsteller der Vorgänger die Blöße eines Gastspiels. Allein das lässt die Qualität des Films erahnen.

Die Figuren des Originals weichen Steve Stiflers jüngeren Bruder Matt (Spielfilmdebütant Tad Hilgenbrinck), der nur zu gern den Fußstapfen des „Stiffmeisters“ folgt. Nachdem er einen seiner Scherze zu weit getrieben hat, wird Matt zur pädagogischen Begradigung ins Band Camp geschickt. Im Falle einer Verweigerung droht der Schulverweis. Dem notorischen Unruhestifter bleibt also keine Wahl. Er begleitet die verhasste Schulkapelle in einen musikalischen Wettstreit mit anderen Lehranstalten und bewahrt die gute Mine zum bösen Spiel. Denn mit hochtechnisiertem Gerät will Matt die physischen Vorzüge seiner Begleiterinnen für die Nachwelt festhalten. Im Weg stehen ihm dabei lediglich die Gefühle für Bandleiterin Elyse (Ariel Kebbel, „Be Cool“).

„American Pie: Band Camp“ ist das überflüssige Nebenprodukt eines erfolgreichen Konzeptes. Heruntergebrochen auf den albernen Kern und seiner sympathischen Figuren fast vollständig beraubt, triumphiert schale Komik über pubertären Charme. Tad Hilgenbrinck bemüht sich sichtlich um mimische Nähe zu „Stiffmeister“ Sean William Scott, ein eigenes Profil hat er nicht. Eine Frequentierung der lustigen Arschgeige erfolgte bislang in der Funktion des Nebendarstellers. Gewalzt auf den tragenden Charakter der Geschichte reibt sich das strapaziös unflätige Gebaren jedoch schnell an affektierten Jungenstreichen auf.

Neben Ferkeleien rund ums Ejakulat gibt es am Ende die unvermeidbare Moralinspritze. Seinen Vorreitern hält „Band Camp“ auch in dieser Hinsicht die Treue. Was bislang nur wenig störte, wird angesichts der Figuren schnell zum großen Manko. Den Charakteren mangelt es als fleischgewordenen Klischees deutlich an humoristischem Potential. Die Albernheiten wirken abgegriffen, nicht minder die Schläge unter die Gürtellinie. Solide spult Regisseur Steve Rash („Good Advice“) die Mär um Humor und Hormone herunter. Einen Dienst hat er dem Publikum damit nicht erwiesen. Bei Teil drei lag die „American Pie“-Reihe bereits am Boden. Sie hätte dort bleiben sollen.

Wertung: (2 / 10)

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