American Cyborg: Steel Warrior (USA 1993)

americancyborgDer Sondermüll lebt! Im preiswert produzierten Endzeit-Actioner „American Cyborg“ hat er gar die Erde unterjocht. 17 Jahre sind seit dem verheerenden Atomkrieg vergangen. Die Überlebenden wurden in Ruinenstädten zusammengetrieben. Beherrscht und überwacht werden sie von einem selbstständig agierenden Computerprogramm, das den schleichenden Siechtod der unfruchtbaren Menschheit quasi verwaltet – oder durch unbarmherzige Cyborgs gleich selbst vorantreibt. So sind die von Menschenhand geschaffenen Maschinen zum größten Feind der wenigen Überlebenswilligen geworden.

Aber plötzlich keimt Hoffnung auf. In einem Geheimlabor wurde ein Fötus im Glas gezüchtet, der von Mary (Nicole Hansen, „Soldier Boyz“) religionsmetaphorisch aufgeheizt binnen 36 Stunden zum Hafen gebracht und ins sicherere Europa verschifft werden soll. Vor der gefahrvollen Odyssee durch schummrige Industrie-Ruinen steht aber die gewaltsame Auflösung des Untergrund-Kollektivs durch einen Cyborg mit schmuckem Schnauzbart (John Saint Ryan, „Conor, der Kelte“). Er wird Mary verfolgen und dem ebenso bescheuerten wie kurzweiligen B-Trash einige heitere Momente bescheren.

Wozu nur braucht der Billig-Terminator eine Rotzbremse? Zur Kühlung vielleicht, als Messtutzen für Feinsensorik oder einfach der proletarisch windschnittigenen Optik halber? Der Zielerfassung dient dem Schnubbi-Modell die Oberlippenmatratze jedenfalls nicht. Denn obwohl die Augen des Cyborg im Dunkeln leuchten wie 100 Watt-Funzeln, trifft der verdrahtete Metallkamerad mit seiner Maschinenpistole kein Scheunentor. Und erst recht nicht den Mary unverhofft beistehenden Kämpfer Austin (Joe Lara, „Steel Frontier“), der mit wallender Haarpracht glaubt für sein Eingreifen fürstlich entlohnt zu werden.

Der von Cannon-Pionier Yoram Globus („Missing in Action“) und dem bewährten Partner Christopher Pearce („Delta Force 2“) produzierte Billigheimer legt ein ordentliches Tempo vor, bestreicht den beidhändig bei „Terminator“ und „Cyborg“ zusammengeklauten Schrott-Plot im ewigen Flüchten durch verlotterte Fabrikhallen aber mit einiger Redundanz. Aber was soll‘s? Joe Lara macht neben den talentfreien Kollegen einen souveränen Job als Held von der zivilisatorischen Resterampe und Regisseur und Co-Autor Boaz Davidson (produzierte u.a. Stallones „Expendables“) holt aus den schlanken Finanzmitteln einiges heraus.

Handwerklich ist die monoton abgespulte Alibigeschichte ansprechend umgesetzt, während die passablen Tricks das Amüsement dank unfreiwilliger Komik in stattlichem Rahmen mehren. Neben der irrwitzigen Wendung um Austins Herkunft lädt aber besonders dessen Keilerei mit bandagierten Keller-Kannibalen zum munteren Schenkelklopfen ein. Dabei macht die Choreographie Isaac Florentines, der als Regisseur im neuen Jahrtausend für Furore im B-Film („Undisputed 2 + 3“) sorgen sollte, im Zusammenspiel mit großzügig verspritztem Kunstblut einiges her. Zumindest mehr als der Schnauzbart-Cyborg, der sich selbst zwar offene Wunden wegmassieren kann, daneben aber vor allem das Zwerchfell des Zuschauers traktiert. So erheiternd war das Ende der Welt wahrlich selten!

Wertung: (5 / 10)

scroll to top