Alkaline Trio – Good Mourning (2003, Vagrant Records)

alkaline-trio-good-mourningMit der berühmten Erwartungshaltung ist es ja immer so eine Sache. Da ist man großer Fan einer Band, verehrt diese schon beinahe, freut sich diebisch über Wochen auf das lang angekündigte Album und was passiert: man wird ganz bitter enttäuscht. Diese Befürchtung gab es sicherlich auch bei „Good Mourning“, dem neuen Longplayer des begnadeten ALKALINE TRIO, denn mit ihren bisherigen Alben „Goddamnit“, „Maybe I´ll Catch Fire“ und „From Here to Infirmary“ hat die Band einen Klassiker nach dem anderen veröffentlicht und die Liste von Songs der absoluten Spitzenklasse ist lang. Doch was will man groß sagen, auch „Good Mourning“ ist genau so groß geworden wie alles, was die Band bisher veröffentlicht hat.

Bereits nach den ersten beiden Songs konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen und es stellt sich einfach nur totale Hingabe ein. „This Could Be Love“ zeigt als Opener direkt, wohin der Weg des ALKALINE TRIO im Jahre 2003 führt. Der Song ist rockig, schneller und auch düsterer geraten als man es bisweilen von ihnen gewohnt war. Diese düstere Grundstimmung zieht sich fast wie ein roter Faden durch das komplette Album, in dem es thematisch um Trauer und gescheiterten Beziehungen geht. Doch diese Trauer wirkt nur selten melancholisch, dafür ist das Gros der Songs einfach zu schnell geraten. Ruhige Stücke wie in den Anfangstagen der Band sucht man hier meist vergeblich, stattdessen gibt es großartige Rocknummern mit wunderbaren Melodien, bei denen vor allem das Zusammenspiel der beiden Frontmänner Matt Skiba und Dan Andriano im Vordergrund steht, denn diese harmonieren gesanglich weitaus besser, als man es vorher von ihnen kannte.

Es ist nicht einfach nur so, dass der eine einen Song vorträgt und der andere sich ausschließlich im Hintergrund aufhält, die beiden ergänzen und unterstützen sich gesanglich, was Songs wie „Emma“ erst zu dem macht, was sie eigentlich sind, nämlich einfach nur wunderbare Punkrock-Perlen. Die hohe Messlatte, die sich die Band mit ihren bisherigen Alben gesetzt hat, kann auch mit ihrem neuesten Werk „Good Mourning“ locker übersprungen werden. Ob es nun das beste Album der Band ist, wird vielerorts sicherlich für Diskussionsstoff sorgen, doch reiht es sich in die bisherigen überdurchschnittlichen Veröffentlichungen nahtlos ein und allmählich muss man sich wohl wirklich die Frage stellen, ob das ALKALINE TRIO überhaupt in der Lage ist, nicht dauernd auf höchstem Level zu musizieren. Absolute Granate!

Wertung: (8,5 / 10)

scroll to top