Additional Time – Wolves Amongst Sheep (2016, Dead Serious Records/Soulfood)

additional-time-wolves-amongst-sheepHardcore muss sitzen. Ohne Umschweife, dafür mit Wucht. Wie ein gut platzierter Schlag ins Gesicht. Zünftige Begleitmusik zum Fressepolieren bieten auch ADDITIONAL TIME aus dem Saarland. Auf ihrem Debütlangspieler „Wolves Amongst Sheep“ wird die klassische Schule der US-Ostküste bedient. Das bedeutet Hardcore mit zarten Metal-Anwandlungen. Da werden Erinnerungen an MADBALL wach – oder, beim Blick auf die andere Seite des Landes, TERROR. Grundlegend also alles bekannt. Nur mindert das auch diesmal nicht den beachtlichen Gefälligkeitsgrad.

Überschaubar originell ist das fraglos. Auch textlich. Aber erstaunlicherweise schafft es der Hardcore immer wieder, durch die Minimalvariation der ewig gleichen Formel zu packen. Dabei spricht Für ADDITIONAL TIME, neben dem fetten Sound, die Abgeklärtheit. Obwohl sie erst seit 2011 bestehen, klingen sie wie ganz alte Hasen. Mit zentnerschweren Riffs und gut platzierten Gangshouts – beim Titeltrack oder „Servant to the Hate” mit Unterstützung prominenter Gastgröler – lehnen sie sich im Grunde keinen Zentimeter zu weit aus dem Fenster. Gefragt ist wohlige Vertrautheit. Und markerschütterndes Gebrüll. Als Ventil für aufgestauten Alltagsfrust funktioniert das prima. Der Hardcore kann also ruhig sitzen bleiben.

Wertung: (7 / 10)

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