Ninetynine – Wasteland (2019, Dead Serious Records/Soulfood)

Im Hardcore geht es um Effektivität. Originalität ist eine Zier, der im Metier des toughen Gebolzes daher eine bestenfalls untergeordnete Rolle zufällt. Das bringt uns zu „Wasteland“, dem Debütalbum der Erfurter Combo NINETYNINE. Denn die Platte birgt nichts, was von einschlägigen Genre-Vorreitern nicht bereits hinlänglich dargelegt worden wäre.

Dass sie trotzdem bleibende Eindrücke hinterlässt, liegt an der beachtlichen Energieleistung des Fünfers – und natürlich an wohl platzierten Gangshouts, gelungenen Texten und illustren Gaststimmgebern: Patrick von FORESTER („Going to War“), Sam von SCHEISSE MINNELLI („S.K.A.T.E.“) und Dennis von RYKER‘S („As One“). Die elf im Sinne der alten Schule geschmetterten Tracks werden wahlweise von punkigen oder metallischen Rhythmen geprägt. Das sorgt für die nötige Abwechslung und trägt obendrein zur krawalligen Kurzweil bei.

Inhaltlich wird nicht allein die Einheit der Szene beschworen (so wie in „As One“), sondern auch gegen die Heuchelei der (katholischen) Kirche gewettert („I Don’t See No Saints“), der Hardcore als Jungbrunnen gefeiert („This Is My Youth“), Toleranz zum höchsten Gut erhoben („Statement“) oder dem Rollbrett-Kult gefrönt („S.K.A.T.E.“). Die Vocals von Ex-VEILSIDE-Frontmann Tritschi, der seit Anfang 2018 ins Mikro bellt, wirken oft mehr gesprochen als gesungen. Das erscheint durchaus gewöhnungsbedürftig, zahlt aber auf das Mindestmaß an Eigenständigkeit ein, aus dem NINETYNINE einen gelungenen Langspieler zimmern, der dem geneigten Hörer zünftig Feuer gibt.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top