Act of Valor (USA 2012)

act-of-valorDie Navy SEALs gelten als eine der härtesten Kampftruppen der Welt. Der Spielfilm „Act of Valor“ will das Leben von Mitgliedern der militärischen US-Spezialeinheit zeigen. Im familiären Alltag, vor allem aber im Einsatz. Das Regisseurs- und Produzenten-Duo Mike ´Mouse´ McCoy/Scott Waugh brüstet sich mit erhöhter Authentizität, weil die Rollen der Elite-Krieger allesamt von echten Soldaten gespielt werden. Ihre Namen bleiben aus Sicherheitsgründen ungenannt. Der kausale Zusammenhang zwischen Besetzung und Wahrheitsgehalt allerdings ist ein Trugschluss. Ein bestechend amerikanischer. Davon zeugt bereits der Titel.

Ebenso gut könnte man argumentieren, dass die Filme mit Beteiligung Audie Murphys (u.a. „Zur Hölle und zurück“, 1955) – seines Zeichens der meistausgezeichnete US-Soldat des Zweiten Weltkriegs – durch seine Mitwirkung ein Abbild der Realität wären. Die Vorbereitung der Einsätze und ihre strategische Planung mögen in der Veranschaulichung durch McCoy/Waugh Wahrheitsgemäß sein. Insgesamt aber folgt die Inszenierung dem platt patriotischen Duktus des US-Actionkinos und „würzt“ das Ganze mit Off-Kommentaren, die sich bemüht tiefsinnig an das hinterbliebene Kind eines (offenkundig) gefallenen Kameraden wenden.

Wer aus der grob umrissenen Truppe am Ende sein Leben opfern wird, um das einiger Weggefährten zu retten, ist dabei so klar wie der Finger am Abzug. Inklusive Heldenpathos und eifrig geschwenkter Dankbarkeit, fürs Vaterland Leib und Leben riskieren zu dürfen. Der Tod verliert damit seinen Schrecken. Er wird zur Genugtuung, einem integralen Teil der Pflichterfüllung. Denn immerhin geht es in der aufgetischten Geschichte um den Islamisten/Extremisten/Terroristen Abu Shabal (Jason Cottle), der mit Hilfe des Drogen- und Waffenhändlers Christo (Alex Veadov) eine Serie von Selbstmordattentaten auf amerikanischem Boden plant.

Um dies zu verhindern, müssen die SEALs in Costa Rica erst eine Regierungsagentin befreien und sich über Afrika nach Mexiko vorarbeiten, von wo aus mit üblichen Sicherheitstechniken nicht zu detektierende Sprengstoffwesten über die Grenze geschmuggelt werden sollen. Die Actionszenen sind zweifelsfrei eindrucksvoll, mit rasanten Schnitten, präzisen Todesschüssen und Ego-Shooter-Perspektiven. Aber die vorgeführte militärische Präzision und Effizienz nähren, wie auch die gängige moralische Schwarz-Weiß-Malerei, einzig den Eindruck eines Werbevideos für die US-Streitkräfte. Nachhaltig ist da, vor allem angesichts der fragwürdigen Heldenverehrung, einzig der fade Beigeschmack.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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