Piranha Sharks (USA 2014)

„Sea-Monkeys on steroids!“

Im Billigfilm ist alles erlaubt. Da werden dreist Blockbuster kopiert, abgehalfterte Stars verramscht oder für den Hausgebrauch Piranhas mit Haien gekreuzt. Auch diese absurde Idee auf den Spuren der YPS-Urzeitkrebse scheint ganz dem Geiste jener überzogenen Sharksploitation-Formeln verpflichtet, die „Sharknado“ zum popkulturellen Phänomen machen. Doch Regisseur und Cutter Leigh Scott („Flu Birds“) folgt mit „Piranha Sharks“ eher satirischen Spuren und feuert (milde) ironische Breitseiten gegen die Konsumgesellschaft ab. Das funktioniert überraschend solide. Nur sollte man sich nicht vom trashigen Charme verprellen lassen.

Dass Ironie in diesem nicht zwingend überzeugenden, dafür grundlegend sympathischen No-Budget-Ulk Trumpf ist, verdeutlicht bereits die Herleitung: Weil die winzigen Hybrid-Haie als geheimes Forschungsprojekt des US-Militärs ob des kaum kalkulierbaren Gefahrpotenzials abgeschmettert wurden, verkauft Dominique (Amy Blackman) die Idee an ein windiges Unternehmer-Duo, das für den Erfolg buchstäblich über Leichen geht. Die beiden platzieren die Mini-Killerfische im Vorweihnachtsgeschäft und verdienen Millionen. Die Begeisterung der Massen kann der New Yorker Kammerjäger Jackson (Collin Galyean, „The Penny Dreadful Picture Show“), obendrein studierter Biologe, jedoch nicht teilen.

Als die sich unkontrolliert vermehrenden und obendrein wachsenden Tiere ins Abwassersystem gelangen, sucht er mit Kumpel Benny (Josh Hammond, „President Evil“) und seinem faulen Mitbewohner Wally (John Wells, „The Rangers“) nach einer Lösung für das Problem. Unterstützung erhalten sie von Borderline-Psycho Brody (Frederic Doss, „Bigfoot Wars“), der die einsichtige Dominique entführt, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Seine Unterstützung sichert auch der bevorzugt ohne Hose durch sein Büro wandelnde Bürgermeister (selbstironisch: TV-„Hercules“ Kevin Sorbo) zu – wenn auch erst, als das Militär Manhattan mit einer Atombombe zu vernichten gedenkt.

Der beidhändig ausgebreitete Nonsens mag nicht immer gehaltvoll erscheinen, dafür setzen die Macher – im Gegensatz zu „Sharknado“ und Co. – vorrangig auf skurrile Typenkomik und schrulligen Dialogwitz, um die Absurdität des Ansatzes zu flankieren. Die überschaubaren CGI-Effekte sind dem Produktionsrahmen entsprechend simpel gestaltet, streben aber nicht so sehr in den Mittelpunkt, als dass sie das moderate Vergnügen allzu sehr trüben könnten. Dass die Mini-Monster am Ende zu geflügelten Killern mutieren, ändert daran wenig. Der harmlose Spaß, der selbst im Abspann noch auf humorige Breitseiten setzt, ist für Freunde betont übertriebener und kalkuliert schundiger Filmkost allemal eine Reise wert. Eine Trash-Offenbarung sollte hier allerdings nicht erwartet werden.

Wertung: (4,5 / 10)

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