Brutal Youth – Sanguine (2017, Gunner Records)

Im Vorprogramm von RED CITY RADIO hinterließen BRUTAL YOUTH beim ersten persönlichen Aufeinandertreffen einen bockstarken Eindruck. Aggressive und wütende Songs paarten sich mit humorvoller Kurzweil zwischen den einzelnen Stücken, die bei ihnen in der Regel kaum länger als anderthalb Minuten ausfallen. Ihr neues Album wurde bereits im vergangenen Herbst veröffentlicht, findet nun via Gunner Records aber auch seinen verdienten Weg zu uns. Während der Vorgänger „Stay Honest“ melodischen Hardcore-Punk á la KID DYNAMITE oder LIFETIME bot, geht es auf „Sanguine“ noch mal eine Spur ruppiger und vor allem auch düsterer zur Sache. Das Ergebnis ist jedoch nicht minder überzeugend.

Das Sprichwort „In der Kürze liegt die Würze“ gilt zumindest auch hier. Viel Zeit muss der Hörer für „Sanguine“ nicht aufbringen. Das aus Kanada stammende Quartett kommt schnell auf den Punkt und vermeidet wie gewohnt Spielereien und Schnörkel. Stattdessen klingen BRUTAL YOUTH mehr wie die sprichwörtliche Dampframme. „I, Denial“ und vor allem „Chlorine“ machen keine Gefangenen und bügeln dem Hörer erst einmal die Haare in den Nacken. Mit „The King“ wird es dann etwas melodischer, bevor „Anger“ dem kurzen Luftholen binnen 60 Sekunden schnell den Garaus macht. Klassische Hardcore Elemente gibt es bei „Sandpit“ zu hören, während der Titeltrack „Sanguine“ mit Wucht und Melodie zu einem der Highlights des Albums reift. „Depression“ dagegen ist einer der düstersten Beiträge des Albums, auf dem sich die Band vor allem dem Thema Tod und der Auseinandersetzung damit widmet.

Trotz der überschaubaren Spielzeit klingt „Sanguine“ unglaublich facettenreich. Zumindest gemessen an vielen anderen Alben aus dem Segment Punk/Hardcore. Für meinen Teil hätten es noch ein paar melodische Elemente mehr sein dürfen, aber auch der eher düstere Anstrich steht dem pissigen Sound von BRUTAL YOUTH gut zu Gesicht. Sicherlich eine der derzeit spannendsten Bands in diesem Bereich.

Wertung: (7,5 / 10)

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