Mechanic: Resurrection (USA/T 2016)

Jason Statham („Homefront“) ist wieder Arthur Bishop. Das erste Mal schlüpfte das britische Kraftpaket 2011 in die Rolle des stoischen Mietmörders. Dabei erwies sich „The Mechanic“, ein Remake des Charles-Bronson-Klassikers „Kalter Hauch“ (1973), als grundsolider Krawall-Thriller. Auf das fiese Finale des Originals wurde verzichtet, so dass einer Fortsetzung nichts im Wege stand. Dass es diese (wie so häufig) nicht gebraucht hätte, wird ob der erstaunlich minderen Qualität des Drehbuchs von „Mechanic: Resurrection“ nachhaltig unterstrichen. Denn Bishops Rückkehr ist derart flach geraten, dass selbst die von Dennis Gansel („Die Welle“) wuchtig inszenierte Action nicht durchweg für Relativierung sorgt.

Bishop, dessen größte Qualität es ist, Auftragsmorde wie Unfälle aussehen zu lassen, ist in Rio de Janeiro untergetaucht. Dort wird er von Crain (Sam Hazeldine, „The Huntsman & the Ice Queen“) kontaktiert, der im selben Waisenhaus aufwuchs  und – ein hoch auf das britische Sozialsystem – ebenfalls zum Kriminellen wurde. Die Ablehnung des Angebots, binnen 72 Stunden drei Menschen zu töten, führt zu ersten Gewaltanwendungen und Bishops absurder Flucht vom Dach einer Seilbahngondel. Das hätte selbst James Bond unmöglich übertriebener hinbekommen. Die nächste Station ist Thailand. Hier verkriecht sich der Killer bei Michelle Yeoh („Tiger and Dragon“), deren Mitwirkung durch den Verzicht auf körperliche Szenen jedoch vollends verschwendet wirkt.

Vor paradiesischer Kulisse gerät er an Gina (Jessica Alba, „Machete“). Sie wurde von Crain geschickt, um Bishops Herz zu erobern und damit als potenzielles Druckmittel zu fungieren. Da sie aber nur den Schutz kambodschanischer Waisen im Sinn hat, steht der zu keiner Zeit glaubhaften Romanze nichts im Wege. Als sie verschleppt wird, muss Bishop zwangsläufig für Crain tätig werden und drei konkurrierende Waffenhändler beseitigen. Die Missionen, das Herzstück des Films, führen ihn auf drei Kontinente und bescheren dem Plot zumindest einen Hauch von Spannung. Da Bishop aber so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk arbeitet, gelingen die ersten beiden Aufträge ohne nennenswerte Schwierigkeiten.

Das größte Problem bleibt der Antrieb des markigen (Anti-)Helden. Denn das große Funken zwischen ihm und der übertrieben edlen Gina bleibt ein Hirngespinst des Skripts, dem schlicht zu viel Raum gewährt wird. Für einen willkommenen Hauch von Clownerie sorgt immerhin Alt-Star Tommy Lee Jones („No Country for Old Men“), der als potenzielles drittes Opfer einen U-Boot-Park unter seinem osteuropäischen Protzdomizil hegt, der jedem Bond-Bösewicht zu Ehre gereicht. Mit ihm heckt Bishop einen Plan aus, Crain das Handwerk zu legen. Der darauf fußende Showdown macht fraglos Laune, rückt die Ein-Mann-Armee aber ins Metier der unbesiegbaren 80’s-Kraftmeier. So bleibt ein bestenfalls mäßig aufregender Actionfilm mit solidem Jason Statham. Weniger B-Niveau wäre aber zweifelsfrei wünschenswert gewesen.

Wertung: 5.0 Stars (5,0 / 10)

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