We Were Sharks – Lost Touch (2018, Victory Records)

Geschwindigkeit siegt. Zumindest im zeitgenössischen Pop-Punk, der viel zu lange in handzahmer Bewegungslosigkeit erstarrte. In den vergangenen Jahren taten sich jedoch einige erfreulich hochwertige Nachzügler hervor, die den Weichspüler reduzierten und auch die geleckte Erscheinung überproduzierter Soundstandards ablegten. Zu dieser sympathischen Garde dürfen WE WERE SHARKS zwar nicht vollends gezählt werden, dafür lädt ihr zweiter Langspieler „Lost Touch“ fraglos zu einer bewegungsintensiven Party ein.

Die über Victory Records erschienene Platte veranschlagt für 10 Tracks gerade einmal eine halbe Stunde. Das gefällt, denn die Kanadier halten das Tempo konstant hoch und räumen Langeweile bereits dadurch aus, dass dem Hörer kaum Zeit zum Verschnaufen gewährt wird. Maßgeblichen Anteil daran hat die Rhythmusfraktion, die aus gleich drei Gitarristen besteht und den Vorschub mit schicken Melodien und satten Schrammelparts unterfüttert. Der Gesang bleibt weitgehend klar, erlaubt sich hier und da aber ebenfalls vehementere Ausbrüche.

Auf dieser Basis lässt sich trefflich das Haupthaar schütteln. Wäre da nicht die Kehrseite des munteren Treibens: Spätestens nach zwei Durchläufen ist unmissverständlich klar, dass WE WERE SHARKS das Niveau des stimmigen, von „Beyond Repair“ und „Drop the Act“ bestückten Auftakts kaum über die volle Länge aufrecht halten können. So bleibt es in Anlehnung an die frühen FALL OUT BOY oder moderne Vertreter des Schlages FOUR YEAR STRONG bei gefälliger Solidität mit vielversprechenden – und vor allem geschwindigkeitsintensiven – Ausschlägen nach oben.

Wertung: (6 / 10)

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