Abandoned By Bears – The Years Ahead (2016, Victory Records)

abandoned-by-bears-the-years-aheadSechs Schweden, eine Mission. Die lautet, zumindest nach eigenem Bekunden, Musik abseits der Norm zu produzieren. Die Ambition in Ehren, aber was ABANDONED BY BEARS vorlegen, ist die bestenfalls überschaubar originelle Vermengung von Metal-Hardcore und Pop-Punk. Viel generischer als in diesen beiden Sub-Genres kann es kaum zugehen. Dass die Mischung trotzdem in Reiz und Erfolg münden kann, beweisen A DAY TO REMEMBER. Die feierten ihren Durchbruch im Gefüge von Victory Records. Daher verwundert kaum, dass auch der selbsttitulierte Easycore der Nachzügler beim Chicagoer Label auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Was ABANDONED BY BEARS und ihrem Victory-Einstand „The Years Ahead“ zugutegehalten werden muss, ist ihr Hang zur DIY-Mentalität. Die Produktion übernahm die Band selbst, Bassist Gustav Eriksson besorgte zudem Mix und Artwork. Das Dutzend Tracks klingt angemessen wuchtig und dem Standard vieler Victory-Releases entsprechend fast ein wenig überproduziert. Nur entkräftet das nicht den Mangel an bleibenden Eindrücken. Die an der Basis kraftvollen Songs, bei denen klarer Gesang und poppige Melodien auf eine Dampfwalze mit heftigen Breakdowns und Gebrüll treffen, rauschen vorbei, ohne im Ohr hängen zu bleiben.

Wo A DAY TO REMEMBER Refrains mit Ohrwurmpotenzial entfesseln, herrscht beim skandinavischen Sextett Eintönigkeit vor. Die Ansätze sind vielversprechend, etwa wenn bei „Act As If“ einleitend der Nintendo-Core bemüht wird. Nach hinten raus hat „The Years Ahead“ aber schlicht zu wenige Höhepunkte zu bieten. Sein Publikum wird die Schnittstelle von EMMURE und FOUR YEAR STRONG aber zweifelsfrei finden. Sicher nicht von allen guten Bären verlassen, trotz bemüht andersartiger Grundierung insgesamt aber schlicht zu beliebig.

Wertung: (5,5 / 10)

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