The Warriors (USA 1979)

thewarriorshill„I’ll shove that bat up your ass and turn you into a popsicle!“ – Harter Kerl in einer harten Welt: Ajax

Walter Hill ist eine prägende Figur des modernen Actionfilms. Auf den Spuren Sam Peckinpahs, bei dessen Klassiker „The Getaway“ er am Drehbuch mitgewirkt hatte, trieb er eine Ästhetisierung des Genres voran, die mit plastischen Charakteren (siehe „Long Riders“, „Driver“) durchaus in Einklang zu bringen ist. Seinem Ruf als innovativer Filmemacher wurde er auch mit „The Warriors“ gerecht, der als Prototyp des Gang-Actioners einige Nachahmer – vor allem italienischer Prägung (siehe „The Riffs“) – inspirierte.

Vor dem Hintergrund sozialer Kontroversen und anhaltender Gang-Gewalt in Amerika blieb der Streifen nicht ohne politischen Zündstoff. Entsprechend skandalös wurde er beim Start gehandelt und in Deutschland gar indiziert. Doch Hill inszeniert die alibihafte Geschichte als grell überzeichnetes Harte-Kerle-Märchen. Mit Kutten oder uniformen Kostümen ist jede Bande klar voneinander unterscheidbar. Auch das Setting wirkt surreal. Die Figuren bleiben weitgehend eigenschaftslos, Leben und Stadt erscheinen trostlos, ja fast endzeitlich. Die Straßen sind leergefegt, nach Einbruch der Nacht herrschen die Gangs. Diese stilprägende Ästhetik sollte Hill mit „Straßen in Flammen“ 1983 nachhaltig auf die Spitze treiben.

Ein Waffenstillstand gestattet es neun Gesandten der wichtigsten 100 Banden New Yorks unbehelligt zu einem zentralen Treffpunkt in der Bronx zu gelangen. Dort ruft Cyrus (Roger Hill), Anführer der mächtigen Gramercy Riffs, zur Einheit auf. Denn gemeinsam, so proklamiert er, könnten die Gangs die Stadt beherrschen. Während sich außerhalb des Treffpunkts die Polizei in Stellung bringt, pustet ein Attentäter (David Patrick Kelly, „Phantom Kommando“) den heftig umjubelten Redner von seiner Empore. Den Verdacht schiebt der feige Mörder den Warriors in die Schuhe, was den Startschuss für einen durch verschiedene Reviere verfeindeter Gangs führenden Spießrutenlauf ins heimische Coney Island bildet.

Die Anführerschaft der Warriors übernimmt Swan (Michael Beck, „Xanadu“), der die Kumpane – u.a. James Remar (drehte mit Hill auch „Nur 48 Stunden“) als Ajax – besonnen durch die Nacht leitet und sogar noch Zeit findet, die vorlaute Mercy (Deborah Van Valkenburgh, „Straßen in Flammen“) aufzulesen. Bis auf die finalen Szenen am Strand wurde komplett bei Dunkelheit gedreht und einzig der Schlagabtausch im Bahnhofsklo, bei dem der Stunt-Koordinator und spätere „Dark Angel“-Regisseur Craig R. Baxley spektakulär durch eine Kabinentür geschleudert wird, entstand nicht an Originalschauplätzen. Das brachte die Macher mit echten Gangs zusammen, die ob der wenig rühmlichen Darstellungsweise Crewmitglieder bedrohten und Equipment demolierten.

Die betont düstere bis unfreiwillig komische Anti-„West Side Story“, basierend auf einem Roman von Sol Yurick, mag angestaubt wirken, macht in ihrer Verkettung machohafter Sprüche und irgendwie harter, doch selten wirklich brutaler Keilereien aber einen Heidenspaß. Den Kult- und Klassikerstatus hat sich „The Warriors“ mit seiner zeitlosen Überstilisierung jedenfalls redlich verdient. Und ausreichend wohlklingende Namen versammelten sich hinter der Kamera auch: Produzent Lawrence Gordon kooperierte mit Hill u.a. auch bei „Driver“ und „Nur 48 Stunden“, Kollege Frank Marshall beteiligte sich später an Klassikern wie „Zurück in die Zukunft“ und den „Indiana Jones“-Filmen und als Associate Producer verdingte sich Joel Silver, der mit Werken wie „Predator“, „Stirb langsam“ oder „Matrix“ Kinogeschichte schreiben sollte.

Wertung: (7,5 / 10)

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