The Unknown – Das Grauen (S 2000)

the-unknown-das-grauenEine Waldfläche von 800 Hektar ist niedergebrannt. Ohne erkennbaren Grund. Fünf Biologen sollen im Feld nach Ursachen forschen. Dabei finden sie das Grauen. „The Unknown“, so könnte der erste Schluss lauten, ist das „Blair Witch Project“ Made in Schweden. Der Vergleich ist nicht abwegig, bezieht sich aber einzig auf die formale Erscheinung. Die Handkamera kreist in grobkörnigen Digitalaufnahmen um die drei Männer und zwei Frauen. Mit dem Unterschied, dass sie nicht selbst für das gefilmte Material verantwortlich sind, sondern von einer äußeren Instanz beobachtet werden.

Regisseur Michael Hjörth („Die Brandmauer“) setzt auf Natürlichkeit, wenn sich die Protagonisten in alltägliche Gespräche verstricken und so wenig künstlich wie irgend möglich erscheinen. Das funktioniert und bietet dem Zuschauer eine Basis, sich in die Figuren hineinzuversetzen, ohne gezwungenermaßen in Identifikationsschemata zu verfallen. Bei einem Erkundungsgang entdecken sie den Kadaver eines ihnen unbekannten Tieres, das den Eindruck eines Grillhähnchens mit Zähnen vermittelt. Sie beschließen, das Wesen für Untersuchungszwecke einzupacken. Ein schwerer Fehler.

Am nächsten Morgen ist der Fund verschwunden. Dafür klagt Ingar (Ingar Sigvardsdotter, „Tod auf See“) über schreckliche Schmerzen. Umgestürzte Bäume versperren die einzige Zufahrtsstraße zur nächstgelegenen Stadt, so dass die Wissenschaftler vorerst in der Wildnis ausharren müssen. Als die Kranke des Nachts schreiend in den Wald flieht, beginnt der Alptraum Gestalt anzunehmen. Das anschließende Verwirrspiel um Infektion und Assimilierung erinnert in groben Zügen an John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“. Nur geht es Hjörth mehr um das Verhalten der fiktiven Persönlichkeiten, als um drastische Effekte.

Das steigende Misstrauen vergiftet die Stimmung in der Gruppe. Irgendwann springt der Wagen nicht mehr an. Das Unbehagen ist ständiger Begleiter des Zuschauers, vefehlt die karge Wackelkamera ihre Wirkung doch auch in diesem Fall nicht. Verzeihlich erscheinen da die zunehmend weniger nachvollziehbaren Handlungsmuster der Charaktere. Der Reiz solcher Filme liegt in der Unberechenbarkeit. Das Genrekino folgt vorgezeichneten Mustern. Prinzipiell tut es ihnen dieser sehenswerte No-Budget-Grusel gleich, doch lebt er von einer Schroffheit, die nicht nur in der optischen Aufmachung von der normierten Sehgewohnheit abweicht.

Wertung: (6 / 10)

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