The Baytown Outlaws (USA 2012)

the-baytown-outlawsIm US-amerikanischen Süden ist der Teufel los. Oder besser gesagt, gleich drei. Es sind die Gebrüder Oodie, ungewaschene, gesetzlose und latent gewaltbereite Rednecks, die die Kriminalitätsrate in ihrem Heimatdistrikt im Kugelhagel senken helfen. Der verantwortliche Gesetzeshüter Millard (Andre Braugher, „Salt“) duldet das mörderische Treiben. Doch dann läuft alles auf dem Ruder in Barry Battles‘ zügellosem B-Film „The Baytown Outlaws“, der seine comichafte Ader nicht allein im Vorspann offen am Revers trägt.

Denn die Oodies, Brick (Clayne Crawford, „Smokin‘ Aces 2“), McQueen (Travis Fimmel, „The Beast“) und Lincoln (gab in der „Twilight“-Saga den Felix: Daniel Cudmore), richten im falschen Haus ein Massaker an, was den jungen Staatsbeamten Reese („Vampire Diaries“-Star Paul Wesley) auf den Plan ruft und die Gangster zum Untertauchen nötigt. Aber die Ruhe hält nicht lange vor: Die reizende Celeste („Desperate Housewive“ Eva Longoria) taucht auf und bietet ihnen 25.000 Dollar für die Entführung ihres (Zieh-)Sohnes Rob (Thomas Brodie-Sangster, „Game of Thrones“). Nur wird der vom üblen Großdealer Carlos (Billy Bob Thornton, „Faster“), Celestes Ex-Mann, festgehalten

Der quittierte die Ehe damit, dass ihr ein Gefolgsmann drei Kugeln in den Leib feuerte. Ob dieser Hintergründe regt sich in den Oodies der Drang, mit ihrem „Talent“ Gutes zu tun. Und so wird Rob aus Carlos‘ Hand befreit. Die Probleme fangen damit allerdings erst richtig an. Denn nicht nur, dass der Junge im Rollstuhl sitzt, der im eigenen Haus überrumpelte Gangster sinnt selbstredend auf Rache. Natürlich geht es eigentlich um viel Geld und das Personenkarussell dreht sich so lange, bis am Ende alle (oder zumindest die meisten) Beteiligten blutend am Boden liegen.

Mit seinen moralisch entarteten und ironisch überzeichneten Figuren lehnt sich der Film dabei eng an die Werke Robert Rodriguez’ an. Das kennt man. Unterhaltsam ist es trotzdem. Das Problem liegt denn auch nicht darin, dass die Konstellation der Figuren wenig neues bietet, sondern das Regisseur und Co-Autor Battles bei seinem Langfilmdebüt zu wenig aus den im Ansatz herrlich überdrehten Ideen macht. So hetzt er den Brüdern erst eine Horde Killer-Babes auf Motorrädern (darunter Zoe Bell, „Death Proof“) auf den Hals, dann eine Gruppe schwer armierter Afroamerikaner im „Mad Max 2“-Gedächtnisgefährt und schließlich einen Stamm Biker-Apachen.

Nur leider bleibt dabei wenig hängen und am Ende lösen sich die erzählerischen Knoten unter Dreingabe melancholischer Untertöne eine Spur zu vorhersehbar – und in der Inszenierung der Action auch ein wenig beiläufig. Die brutale und bleihaltige Odyssee – oder besser Oodiesee – bleibt so hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wer’s im Segment moderner Pulp-Thriller wüst mag, ist in diesem Potpourri amoralischer Arschgeigen – unter die sich am Rande auch Michael Rapaport („True Romance“) mischen darf – aber dennoch prima aufgehoben.

Wertung: (6 / 10)

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