Sondaschule – Lass es uns tun (2012, Seven Days Music)

sondaschule-lass-es-uns-tunPunk und Ska funktionieren seit jeher ganz wunderbar miteinander. Auch hierzulande, wie SONDASCHULE aus dem Ruhrpott seit etlichen Jahren beweisen. Wobei im Falle ihres neuen Albums „Lass es uns tun“ die Frage gegönnt sein muss, wie viel Punk denn jetzt eigentlich noch in dem Septett steckt. Denn die Musik klingt noch poppiger und auch abwechslungsreicher als bspw. auf dem Vorgänger „Von A nach B“. Potentielle Radiorotationen zwischen bekannten („Punk“-)Bands aus Berlin oder Düsseldorf sind jedenfalls nicht ausgeschlossen und auch Bands wie SEED oder CULCHA CANDELA nähert man sich beizeiten mit mehr als nur dezenten Schritten.

Inhaltlich widmen sich SONDASCHULE dem Mensch an sich und dessen Rolle in der Gesellschaft, u.a. im Hinblick auf das Internet. Das klingt gewiss verkopfter als es ist, denn wie gewohnt werden die Texte in amüsanter und ironisch provokanter Manier vorgetragen. Allerdings gibt es auch nachdenkliche Momente auf dem Album und es wird nicht nur die Sonnenseite des Lebens besungen. Während rockige Momente immer mehr verblassen, nehmen elektronische Spielereien zu. Im Falle von „Es ist wie es ist (Was kostet der Fisch)“ klingt das passend und frisch. „Aber sicher“ mit seinen gesprochenen Texten, den Synthie-Sounds und seinem Whigfield-Verweis im Refrain klingt dagegen fast etwas überladen. Ein Exot im ansonsten sehr tanzbaren, melodischen Vergnügen – mal mit mehr Gitarren: „Neue Welt“, mal mit mehr Ska-Elementen: „Sklave der Uhr“ – ist das ruhige, akustische „Für immer nie nüchtern“. Auch mit dem finalen „Lass es uns tun“ werden die Tanzschuhe ausgezogen und es weht ein Hauch von Melancholie.

Inwieweit die ganz alten Fans mit „Lass es uns tun“ klarkommen, sei mal dahingestellt, zumindest aber könnten sich für SONDASCHULE einige neue Türen öffnen. Denn den Begriff „massentauglich“ hat die Band noch nie so gerechtfertigt wie mit diesem Album. Mancher Mainstream-Künstler könnte sich an der Spielfreude, der Kurzweil und der Hitdichte von „Lass es uns tun” dennoch gern ein Beispiel nehmen.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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