Spanish Love Songs – Schmaltz (2018, Uncle-M)

Geheimtipps gibt es wie Sand am Meer. In den vergangenen Monaten waren SPANISH LOVE SONGS eine in diesem Zusammenhang gern gelesene Kapelle, die mit der EP „Buffalo Buffalo“ tatsächlich ein ziemlich deutliches Statement ablieferten. Leidenschaftlichen Punkrock mit tollen Hymnen kann man zwar mittlerweile an jeder Ecke finden, doch diese Band könnte mal wieder das Zeug für mehr haben. Ihr zweites Album „Schmaltz“ bestätigt nun nicht nur die Erwartungen, nein, sie übertreffen diese deutlich. Wenn jemand eine neue Lieblingsband sucht, hier ist sie!

Das trifft vor allem auf diejenigen zu, die THE GASLIGHT ANTHEM, THE SMITH STREET BAND oder THE MENZINGERS zu ihren Favoriten zählen. SPANISH LOVE SONGS verbinden ebenso schweißtreibendem Punkrock mit dicken Hymnen und einer Unmenge Herzblut. Dafür reichen schon die ersten vier Minuten des Albums aus. Der erst ruhige, gen Ende sich aufplusternde Opener „Nuevo“ geht nahtlos in das krakelige „Sequels, Remakes and Adaptions“ über. Blitzschnell hat man als Hörer ein bierseliges, berauschendes Menschenknäuel mit gereckten Fäusten vor Augen. Kleine wie große Hits hat der Fünfer aus Los Angeles gleich mehrere an Bord, die vierzig Minuten Spielzeit vergehen ohnehin wie im Flug. „Bellyache“ und „Beer & NyQuil (Hold It Together)“ machen selbst den ganz Großen des Genre Feuer unterm Hintern.

Auch für kurze Verschnaufpausen ist keine Zeit. „Schmaltz“ überzeugt von vorn bis hinten mit grundehrlicher, jederzeit authentischer Musik, die zudem immer wieder mit gängigen Strophe/Refrain-Traditionen bricht. Die Messlatte für hymnischen Punkrock haben SPANISH LOVE SONGS mit „Schmaltz“ auf jeden Fall noch einmal einen Tick nach oben verschoben. Ganz sicher ein heißer Kandidat für die Bestenlisten des Jahres.

Wertung: (8,5 / 10)

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