Son of Kong – King Kongs Sohn (USA 1933)

son-of-kongSo legendär Ernest B. Schoedsacks „King Kong und die weiße Frau“ (1933) auch ist, seine im gleichen Jahr produzierte Fortsetzung „Son of Kong“ ist hierzulande nahezu unbekannt. Im direkten Anschluss an den wegweisenden Welterfolg gedreht, ist der Film ein in schlichtem Studio-Ambiente gedrehtes B-Vehikel seines Vorgängers. Die archaische Wucht der Kreatur weicht einem drolligen Knirps, der im Rahmen eines platten Abenteuer-Plots zur undankbaren Randfigur verkommt.

Einige Wochen nach dem Tode King Kongs versteckt sich Carl Denham (Robert Armstrong, „Mighty Joe Young“) vor der Öffentlichkeit. Als ihm der Druck zu groß erscheint, sticht er zusammen mit Kapitän Englehorn (Frank Reicher, „Finale in St. Petersburg“) erneut in See und lässt drohende Klagen und gerichtliche Folgen hinter sich. In Dakang begegnet Denham zufällig Helstrom (John Marston, „Fluchtweg unbekannt“), jenem Mann, der ihm einst die Karte zu Kongs Insel überreichte.

Als dieser von einem verborgenen Schatz auf dem mystischen Eiland erzählt, begibt man sich unversehens dorthin. Als blinde Passagierin hat sich auch die junge Sängerin Hilda (Helen Mack, „Tempel der Schönheit“) mit an Bord geschlichen, deren Vater durch die Hand Helstroms ums Leben kam. Nach einer Meuterei der Mannschaft werden die vier und Schiffskoch Charlie (Victor Wong, „The Fighting Devil Dogs“) in einem Beiboot vor besagter Insel ausgesetzt. Dort sieht sich Denham bald dem Sohn King Kongs gegenüber.

„Son of Kong“ ist eine unterhaltsame, jedoch in allen Belangen schwächere und vermehrt auf seichten Humor setzende Weitersinnierung des Stoffes um den unbändigen Riesenaffen. Mit dem fulminanten Original hat das wenig gemein, mehr schon mit trivialem Groschenroman. Nach gutem Anfang und drögem Mittelteil – abgesehen von der Affenband in Dakang – gewinnt der Film erst mit der neuerlichen Ankunft auf Kongs Insel Profil. Und lässt die kommenden Tricks rasch über belangloses Schauspiel triumphieren.

Als Denham und Hilda den kleinen Kong entdecken, steckt dieser in Treibsand fest. Mit Hilfe eines umstürzenden Baumes bewahren sie den friedfertigen Primaten vor dem sicheren Tod. Dieser bringt seinen Dank zum Ausdruck, indem er den Menschen gefährlich werdende Untiere beseitigt und ihnen den Weg zum sagenhaften Schatz ebnet. Die Stop-Motion-Animationen sind klasse und halten den Geist des Vorgängers in Ehren. Die munteren Balgereien des gummierten Getiers sind weniger zahlreich und dem Tenor entsprechend zahmer ausgefallen.

„Son of Kong“ ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits entdeckungswürdig aufgrund seines Raritätencharakters, andererseits als Fortführung eines der größten Klassiker der Kinohistorie denkbar ungeeignet. Für sich genommen funktioniert der Film als kurzweilige Reise in die Welt nostalgischer Abenteuer. Die Magie und Atmosphäre von „King Kong und die weiße Frau“ wohnt dem Aufguss allerdings nicht inne. Entsprechende Vergleiche erweisen sich als müßig, kann der Sohn dem Vater doch unmöglich gerecht werden.

Wertung: (5 / 10)

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