Second Youth – Dear Road (2018, Demons Run Amok/Soulfood)

Grundlegend sollte jedem Künstler Respekt gezollt werden, der sich in einer Sprache ausdrückt, die nicht seine erste ist. Daher sollten akzentreich vorgetragene Texte, meist in Englisch entworfen, auch nicht länger belächelt werden als es der Anstand gebietet. Wobei in diesem Zusammenhang, neben den Japanern (bestes Beispiel: HI-STANDARD), vor allem die Italiener aus dem Rahmen fallen. Deutlich machen das auch SECOND YOUTH, deren englische Vocals mal sympathisch unverständlich erscheinen und mal klingen wie betrunken ins Mikro gelallt.

Ein starkes Stück Punk-Rock ist ihr Albumdebüt „Dear Road“ dennoch geworden. Wenn auch kein sonderlich originelles. Denn welcher Klassiker hier Pate stand, offenbart sich schnell: die mächtigen RANCID. Neben melodischer Kante, die instrumental passagenweise an NO USE FOR A NAME erinnert, prägen jedoch vorrangig Elemente des Street-Punks die zehn Songs. Auch auf partielle Ska-Rhythmen muss nicht verzichtet werden, wie das hitverdächtige „This City“ oder „1992“ offenbaren. Daneben bedienen SECOND YOUTH aber weitgehend vorwärtsgetriebene Muster und bieten mit „Letter Home“, „Suzanne“,  „Homeward Bound“ oder dem langsameren „Boots and Mohicans“ weitere Gassenhauer von Format auf. Unter dem Strich keine Scheibe, die man zwingend ins Regal stellen müsste, dafür aber eine mit Herz und Hymnen. Mehr braucht es beizeiten einfach nicht.

Wertung: (7 / 10)

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