Sand Serpents (CDN 2009)

sand-serpentsWas haben amerikanische Streitkräfte in Afghanistan am meisten zu fürchten? Nein, es sind nicht die Taliban und auch nicht die zur Destabilisierung des vom Krieg zerrütteten Landes beitragenden Selbstmordattentäter. Denn, wie uns der TV-Monsterfilm „Sand Serpents“ (deutscher TV-Titel: „Einsatz in Afghanistan – Angriff der Wüstenschlangen“) lehrt, geht die größte Gefahr in der Krisenregion immer noch von prähistorischen Riesenwürmern aus! Die werden durch eine Explosion aus ihrer Ruhe gerissen und machen fortan Jagd auf jeden, der an der Erdoberfläche krach schlägt.

In genau dieses wurmverseuchte entlegene Bergbaugebiet verschlägt es eine Gruppe US-Soldaten um Lieutenant Stanley (Jason Gedrick, der jugendliche Kampfflieger aus „Der stählerne Adler“). Erst werden sie von Talibankämpfern attackiert und als Geiseln genommen, dann hören sie die Würmer röhren, bis das Gewehrfeuer des Feindes plötzlich verstummt. Als sie sich von Augenbinden und Fesseln befreit haben, können Stanley und seine Truppe, darunter Ingenieurin Henle (Tamara Hope, „Shall We Dance?“), über das Verschwinden der Taliban nur staunen. Zumindest bis der nächste Wurm seinen riesigen Schlund über ihren Köpfen öffnet.

Im Rahmen der Maneater Series wurde auch „Sand Serpents“, übrigens gedreht von „Anvil!“-Cutter Jeff Renfroe, für den TV-Sender Syfy produziert. Das Qualitätsniveau ist damit bereits erahnbar, wenn die computergenerierten Kreaturen auch deutlich besser wegkommen als andere Monsterkollegen der Reihe (siehe „Killerameisen“ oder „Blood Monkey“). Allerdings sind die Würmer in ihrer Erscheinung auch denkbar simpel gehalten, so dass die Effektdesigner nicht gerade vor Herausforderungen im „Jurassic Park“-Sinne gestellt wurden.

Aber selbst die passablen Monster in „Tremors“-Manier können nicht die absolute Nichtigkeit des Skripts überspielen. Stanley und seine stereotypen Untergebenen wagen erfolglos die Flucht, sammeln in einem Flüchtlingscamp den ortskundigen Amal (Imran Khan) und seine kleine Tochter Isla (Andreea Paduraru) ein und wagen sich zwecks Reparatur eines Funkgeräts zurück zum Ausgangspunkt. Dort wird die Gruppe weiter dezimiert, während sich Sprengsätze als durchaus probates Mittel gegen die gefräßige Gefahr entpuppen. Im unspektakulären Finale geht es gar noch unter die Erde, bevor die überdramatisierte Schlussszene Heldentod nach Feindesart bietet. Den eigenen Tod mit Knalleffekt heraufbeschwören können schließlich auch die Amerikaner!

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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