S.W.A.T. – Die Spezialeinheit (USA 2003)

swatjohnsonDas mobile Sonderkommando S.W.A.T. des Los Angeles Police Department gehört zu den am besten ausgebildeten Teams des Landes, in dessen Einsatzgebiet die Bekämpfung von Terrorismus und Geiselnahmen fallen. Der beste dieser Eliteeinheit ist der ehrgeizige Ex-Navy Seal Jim Street (Colin Farrell), für den der tägliche Einsatz an der Straßenfront alles bedeutet. Seine weiteren Ziele nehmen jedoch ein jähes Ende, nachdem er und sein Freund und Partner Brian Gamble (Jeremy Renner) während einer Geiselnahme den Befehl, sich im Hintergrund aufzuhalten, ignorieren und beim folgenden Schusswechsel eine unschuldige Geisel durch die Kugel von Brian verletzt wird. Jim soll auf Verlangen des Departments-Chefs Capt. Fuller (Larry Poindexter) gegen Brian aussagen, um zumindest seinen Job bei S.W.A.T. zu retten. Doch er weigert sich, zieht sich dadurch aber den Zorn von Fuller zu und auch der entlassene Brian glaubt an einen Verrat und bricht mit seinem Freund.

Die nächsten sechs Monate verbringt der degradierte Jim in der Waffenkammer und wartet im Grunde nur auf eine zweite Chance, die er eines Tages durch den S.W.A.T.-Veteranen Dan „Hondo“ Harrelson (Samuel L. Jackson) erhält. Dieser soll der Gruppe neues Leben einhauchen und das in den letzten Monaten ramponierte Image korrigieren. Verstärkung erhält die Truppe jedoch nicht nur durch Jim, sondern auch durch die Neulinge Deacon Kaye (LL Cool J) und Chris Sanchez (Michelle Rodriguez). Nach wochenlangem Training kann die formierte Truppe den ihnen vorgesetzten schwierigen Test bestehen und wird im Anschluß gleich mit der Überführung des Gangsterbosses Alex Montel (Olivier Martinez) in ein Bundesgefängnis betraut. Dieser jedoch versprach im Vorfeld  vor laufenden Kameras 100 Millionen Dollar für denjenigen, der ihn befreit, so dass sich alle kleinen wie großen Gangster an ihre Arbeit machen, um das Geld einzusacken.

Im Grunde durfte man sich auf „S.W.A.T.“ freuen. Die Beschreibung man(n) bezieht sich hierbei vornehmlich auf jene Form Mensch, die es zwischen Chips und Bier gerne laut und explosiv auf der Leinwand hat. Regisseur Clark Johnson stand neben einem hohen Budget für die Verfilmung einer Action-Serie aus den 70ern auch eine recht namhafte Schauspielschar zur Verfügung und die einfach gestrickte Handlung ließ viel Raum für Krawall. Nach relativ ordentlichem Beginn kommt aber schnell Ernüchterung auf, denn das erwartete Explosions- und Schusswechselfest wird mitnichten geboten. Stattdessen wird der 08/15-Plot viel zu langatmig in die Breite gezogen, den Figuren recht viel Zeit gegönnt, statt sie im tosenden Feuer Hollywoods in die Schlacht ziehen zu lassen. Klischee reiht sich hier an Klischee, sei es der gescheiterte Cop, der eine zweite Chance bekommt, ein ungleiches und zu Beginn zerstrittenes Team, das sich selbstredend zusammenrauft und natürlich darf auch der missgünstige wie intrigante Chef nicht fehlen.

Unendlich viele Male hat man das bereits gesehen und auch „S.W.A.T.“ bringt es nicht auf die Reihe, diese Klischees so zu kaschieren, dass man über sie getrost hinwegsehen könnte. Die hauchdünne Story bemüht sich zwar den ein oder anderen Haken zu schlagen, jedoch sind diese Wendungen schnell zu sehen und nehmen dem Zuschauer so den letzten Hauch an aufflammender Spannung. Dazu wurden einige Handlungsfäden nur angerissen oder einige Szenen derart dämlich in Szene gesetzt, das man fast weinen möchte. Als Beispiel soll hier mal die Einreise des Bösewichts angebracht werden, der für das Mitühren eines Messers am Flughafen lediglich eine Ermahnung erhält, obwohl er doch einer der gesuchtesten Verbrecher der Welt ist.

Dazu fehlt es dem Film definitiv an Action. Die meiste Zeit spielt sich das Geschehen auf dem Trainingsplatz des Teams ab, lediglich zum Schluß wird etwas mehr Gas gegeben. Doch ist die hier gezeigte Action eher als durchschnittlich zu bezeichnen und sollte keinen Genre-Liebhaber aus dem Sessel drücken können. Kurz vor dem filmischen K.O. stehend, wird dieser Beinahe-Heuler aber von seiner illustren Darstellerriege gerettet, bei der vor allem der alte Haudegen Samuel L. Jackson („Shaft“) als auch Colin Farrell („Daredevil“) für Lichtblicke sorgen. Michelle Rodriguez („Resident Evil“) gibt wie üblich die knallharte Powerfrau, der man besser nicht zu nahe kommt und LL Cool J („Rollerball“) spielt eben LL Cool J. Da darf man nichts großes erwarten. Alles in allem ist „S.W.A.T.“ ein solider, wenn auch nie begeisternder Actionfilm geworden, den man sich aber getrost in wenigen Monaten von der Couch aus ansehen kann. Mehr aber auch nicht.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

Ähnliche Beiträge

  • Day of the Dead 2: Contagium (USA 2005)

    Dass James Glenn Dudelson alles andere als ein fähiger Regisseur ist, bewies er bereits mit Filmen wie „Horror 101“ und „Museum of the Dead“. Dem Geiste des letztgenannten die Treue haltend, versucht Dudelson auch mit „Day of the Dead 2: Contagium“ den Mythos des Romero’schen Zombie-Horrors zu melken. Mit denkbar geringem Erfolg. Denn bis auf…

  • Werner – Eiskalt! (D 2011)

    Mit seinen „Werner“-Comics hat Zeichner und Motorradrocker Rötger Feldmann, genannt Brösel, Kultstatus erlangt. Erfolgreich waren auch die seit 1990 initiierten Kinofilme, in denen die Abenteuer des langnasigen norddeutschen Installateur-Lehrlings aber mit konstant sinkender (humoristischer) Qualität auf die Leinwand gebracht wurden. Acht Jahre nach „Werner – Gekotzt wird später!“ versuchte sich Brösel 2011 mit „Werner –…

  • Female Agents (F 2008)

    Es klingt wie ein triviales Kriegsabenteuer: Vier weibliche französische Spezialagentinnen sollen im von den Nazis besetzten Paris den SS-Offizier Heindrich eliminieren, der die geplante Invasion in der Normandie vereiteln könnte. Doch so sehr Jean-Paul Salomés „Female Agents“ auch anmutet wie ein Actionfilm mit toughen Heroinen vor historischer Kulisse, einer Männerfantasie nach dem Geschmack Quentin Tarantinos,…

  • Karate Bearfighter (J 1975)

    Die rastlose (wenn auch nicht zwingend realitätsnahe) Reise des legendären Vollblut-Karatekas Masutatsu Oyama war mit „Karate Bullfighter“ längst nicht abgeschlossen. Noch im gleichen Jahr schlüpfte Oyama-Schüler Sonny Chiba („The Killing Machine“) erneut in die Rolle des verehrten Lehrmeisters und bekam wie der Zuschauer nicht nur im Titel einen Bären aufgebunden. Die Steigerung des Kampfes gegen…

  • Plague Town (USA 2008)

    Auf den ersten Blick mag man bei „Plague Town“ einen weiteren kleinen und günstigen Beitrag zum Thema Backwood-Slasher erwarten. Aber der Blick täuscht erfreulicherweise. Zwar sind es auch hier ein paar amerikanische Städter, die beim Familienurlaub vom Wege abkommen und irgendwo in der irischen Pampa verloren gehen. Aber die gesamte Inszenierung wirkt weniger dem Backwood-Hype…