Red Sonja (USA/NL 1985)

redsonja„No man may have me, unless he’s beaten me in a fair fight.” – Sonja

Heißa, lustig ist das Barbarenleben. Und damit auch die Frauen nicht zu kurz kommen, zwängte sich anno 1985 die groß gewachsene Brigitte Nielsen („Beverly Hills Cop 2“) in knappe Lederoutfits. Richard Fleischer hatte ein Jahr zuvor „Conan – Der Zerstörer“ vor die Wand gefahren und durfte zum Dank gleich noch „Red Sonja“ verhunzen. Krieger-Idol Arnold Schwarzenegger sollte anbei eigentlich noch einmal den Conan mimen, musste aufgrund rechtlicher Streitigkeiten jedoch mit dem Namen Kalidor Vorlieb nehmen. Ansonsten aber ist alles dem Barbaren-Klassiker nachempfunden. Die rote Sonja hat gar beim gleichen asiatischen Schwertmeister die Schulbank gedrückt.

Bereits im Prolog bekommt sie ein arges Schicksal aufgebrummt, wenn die finstre Königin Gedren (Schwarzeneggers „Conan“-Gefährtin Sandahl Bergman) ihre Familie töten und sie von ihren Schergen vergewaltigen lässt. Schnitt, die Nielsen begegnet allen Männern mit Argwohn und wird vom greisen Kampfeslehrer, dessen pompöser Schulterschmuck allein die ihn beherbergende Arena rechtfertigt, zur Meisterin ausgerufen. Und siehe da, plötzlich findet sich auch eine Schwester, obwohl die Verwandtschaft doch eigentlich als getilgt veranlagt wurde. Macht nichts, ein Pfeil bereinigt den Fauxpas und lässt die eiserne Kämpferin wie ihr Haar rot sehen.

Die Verwandte nämlich hortete im Ordensgewand einen magischen Talisman, dessen Kraft allein die Welt beherrschen lässt. Klar, dass die machthungrige Gedren mit ihren Spießgesellen anrückt und die Muskeln spielen lässt. Das Artefakt fällt ihr zu, Sonjas tödlich verwundete Schwester dem Kalidor in die Arme. Der gebietet geschwind familiären Beistand und unterstützt fortan – er hat ja auch nix besseres zu tun – die Vendetta des trotzigen Rotschopfs. Zu der gesellen sich noch der kindliche Karate-Prinz Tarn (unendlich nervig: Ernie Reyes Jr., „Surf Ninjas“) nebst dicklichem Beschützer Falkon (Paul Smith, „Popeye“). Und mit deren Zutun steht dem Umsturz im Zauberland selbstredend nichts mehr im Wege.

Wo die Ausstattung und der Soundtrack, immerhin von Altmeister Ennio Morricone („Es war einmal in Amerika“) komponiert, zumindest noch auf formale Qualitäten pochen, ist inhaltlich längst Hopfen und Malz verloren. Die Produktion von Dino De Laurentiis („Dune – Der Wüstenplanet“) arbeitet sich an Gefahrenstückwerk in Studiokulissen ab und sorgt für Rabatz am laufenden Band. Nur kommt dem über übles Schauspiel und fehlendem Charme sämtliche Überzeugungskraft abhanden. Durch Wald und Wüste, über Stock, Stein und Riesenskelett geht es Gedrens Hort des Bösen entgegen, auf das ihre Übermacht bereits durch Nielsens steife Mimik von Furcht erfüllt sei. Ein heuer misslungenes Abenteuer.

Wertung: (4 / 10)

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