Die Barbaren (I/USA 1987)

die-barbarenFantasy-Filme sind Karnevalsveranstaltungen. Da machen sich Schauspieler in Wams und Rüstung mit dem Schwert in der Hand zum Larry und bekämpfen wahlweise schurkische Tyrannen oder urzeitliche Ungetüme. Dem Erfolg von „Conan – Der Barbar“ konnten sich auch die Italiener nicht verschließen, die ach so gern amerikanische Erfolgsrezepturen in dutzendfachen Billigvarianten zugrunde melken. Mit US-Geldern und den kurzzeitigen Wrestling-Stars David und Peter Paul („Highway Chaoten“) ging Ende der 80er „Die Barbaren“ an den Start, einer der letzten Beiträge des südeuropäischen Recycling-Booms.

Die Pauls spielen darin die Zwillinge Kutchek und Gore, Ziehsöhne eines fahrenden Gauklervolkes, die nach der brutalen Knechtung ihrer Anführerin Canary (Virginia Bryant, „Dämonen“) durch die Gefolgschaft des bitterbösen Kadar (Erzschurke: Richard Lynch, „Scanner Cop“) getrennt werden. Jahre später ist vom Gemütszustand bis zur Haarpracht alles beim alten. Nur aus den Brüdern sind unter Zwangsarbeit kraftstrotzende Haudegen geworden, die sich ausgerechnet als Gegner in einer Arena wiedertreffen. Es folgt die gemeinsame Flucht, die Verbrüderung mit Amazone Cara („CSI: Miami“-Nebenakteurin Eva La Rue) und der Kampf gegen den Herrscher.

Ruggero Deodatos („Cannibal Holocaust“) amtliches Trash-Feuerwerk ist ein teils gewollt, meist jedoch unfreiwillig komisches Spektakel. Schauspielerisch unter ferner Liefen und in den Dialogen nahezu zwerchfellerschütternd, sorgt das tumbe Kriegerduo für akut geistlose Unterhaltung. Da wird geröhrt, was die Kehle hergibt und vor freudiger Dummheit jeder Gefahr strahlenden Auges entgegengeblickt. Dass es dabei auch mal hübsch blutig zugeht, spricht für Italiens Kinomentalität, die US-Vorbilder, wenn schon nicht in kreativen Belangen, so doch zumindest bei der Gewalt überflügeln zu wollen. Selbst wenn „Conan“ die barbarische Nase (auch) dabei weit vorn hat.

Episodisch und ohne echten Zusammenhang werden turbulente Ereignisse aneinandergereiht. Hier wird geprügelt, dort das Schwert geschwungen. Kreaturen mit wonnigen Maskeraden kommen zum Einsatz, dazwischen grimassiert sich der bewährte Charge Michael Berryman („The Hills Have Eyes“) mit Stirnhorn und grenzdebilem Gesichtsausdruck durch seine Nebenrolle als „Dirtmaster“. Vom Ölfilm auf muskulösen Leibern bis zum ewigen Gezanke der Hauptdarsteller ist dieser Nonstop-Nonsens erfreulicher Scheißdreck von Italiens Stiefelsohle. Für Wertschätzer minderer Filmqualität ein schieres Freudenfest.

Wertung: (4 / 10)

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