Pulley – 60 Cycle Hum (1997, Epitaph Records)

pulley-60-cycle-humMit „60 Cycle Hum“ machten PULLEY da weiter, wo ihr Erstling „Esteem Driven Engine“ aufgehört hatte. Melodischer, in der Tiefe schwermütig angehauchter Punk-Rock mit fester Verwurzelung im Hardcore. Eben so, wie es zahllose Combos in den frühen Neunzigern vorgemacht hatten. Im Vergleich zum Vorgänger drücken die Kalifornier hier allerdings mehr aufs Gas und veranschlagen für 13 Tracks gerade einmal 24 Minuten. Dazu kommt ein dezent rau gehaltener Sound mit schepperndem Schlagzeug. Doch auch er trägt dazu bei, dass sich die ab dem Opener „If“ transportierte Energie weitgehend beständig auf den Hörer überträgt. Das Tempo wird innerhalb der einzelnen Songs gern mal gedrosselt, um nach kurzem Innehalten wieder Feuer zu geben (z. B. bei „Locked Away“ oder „Hold On“).

Die damit verbundene Dynamik beschert der Scheibe geringfügig größeren Abwechslungsreichtum und macht sie unter dem Strich eine Spur besser als „Esteem Driven Engine“. Maßstäbe werden dabei erwartungsgemäß keine gesetzt. „60 Cycle Hum“ ist ein typisches Produkt seiner Zeit, was sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden kann. Die Tendierung zum Positiven sichern jedoch stramme Hits wie der Skate-Punk-Knaller „Mandingo“, das einminütige „Scab“ oder der Mid-Tempo-Hammer „Padded Cell 4 Walls Pt. 2“. Punktiert wüste Beiträge wie „Reality“, „Where Are You Now“, „Noddin’ Off“ oder „What“ sorgen ebenfalls für ein zügiges Erreichen der erforderlichen Betriebstemperatur. Kurzum: Mit Album Nummer zwei liefern Sänger Scott Radinsky und Mitstreiter wie bestellt. Grund zur Beschwerde gibt es da keinen.

Wertung: (7 / 10)

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