Pulley – Esteem Driven Engine (1996, Epitaph Records)

pulley-esteem-driven-engineBands brauchen Kontinuität. Feste Jobs mit entsprechenden Pflichten passen da nicht ins Konzept. Als Extremfall geht Scott Radinsky durch. Der war nicht allein Frontmann von TEN FOOT POLE, sondern auch professioneller Baseball-Spieler. Touren kamen da lediglich in den Saisonpausen in Frage. Also wurde der Mann am Mikro ersetzt. Der Ambition bescherte das jedoch keinen Abbruch: Radinsky gründete 1994 PULLEY – in der Ur-Besetzung mit STRUNG OUT-Drummer Jordan Burns und dem späteren NO USE FOR A NAME-Bassisten Matt Riddle – und zeigte TEN FOOT POLE, was wahre Kontinuität ist.

Der 96er-Albumerstling „Esteem Driven Engine“ erschien in der Wonnephase von Epitaph Records und überzeugt bis heute als muntere Mischung aus klassischem Melo-Core und Skate-Punk. Mit Parallelen zu BAD RELIGION und klanglicher Ähnlichkeit zu den frühen, unterschwellig ebenfalls zart melancholischen ADHESIVE geht es schnörkellos nach vorn, wobei Tracks wie „Cashed In“, „Eyes Open Wide“, „One Shot“, „Lifer“ oder „S.F.B.I.H.Y.D.“ ausreichend Druck entwickeln, um die Glieder in Bewegung zu halten. „Wok Inn“ dürfte daneben TEN FOOT POLE-Fans bekannt vorkommen, fand der Song doch unter dem Titel „Walkin‘“ bereits auf deren Split mit den SATANIC SURFERS Verwendung. Das Tempo bleibt meist angezogen, die Verbindung von Melodie und Härte stets ansprechend. Kein unbedingter Klassiker und doch eine durchweg feine Platte.

Wertung: (7 / 10)

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