Pulley – @#!* (1999, Epitaph Records)

pulley-pulleyFür die Aufnahmen ihres dritten Albums gönnten sich PULLEY mehr Zeit als bei den Vorgängern. Das ist „@#!*“ – alternativ als selbstbetitelt bezeichnet – vom packenden Start „Working Class Whore“ an durchweg anzumerken. Das bezieht sich jedoch weniger auf die Länge der einzelnen Songs – das glatte Dutzend dauert die klassische halbe Stunde –, sondern vorrangig auf deren Entwicklung. Gerade das melodische Moment wirkt ausgereifter und vollmundiger. Von ihrer angestammten Linie rücken die Kalifornier trotzdem nicht ab, beweisen dafür aber Willen zum Feinschliff.

Von größeren Veränderungen zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben. Doch selbst wenn die Nuancen, die das eine Album in seiner Gesamtheit überzeugender gestalten als das andere, eher fein ausfallen und das Niveau weitgehend konstant bleibt, lieferten die Mannen um Scott Radinsky ihre bis zu diesem Zeitpunkt beste Scheibe ab. Die Ruppigkeit des zwei Jahre zuvor präsentierten „60 Cycle Hum“ weicht einer geschmeidigen melodischen Grundierung, die „@#!*“ eingängiger gestaltet. Die Verbundenheit zum Hardcore bleibt trotzdem spürbar, allein durch den prägnanten Bass. Streckenweise wirken die Songs aber verspielter (siehe u.a. das Schlussdrittel von „Pie“ oder „Nothing to Lose“) und insgesamt durchdachter.

Auch die Singalong-Passagen werden packender ausgeschöpft, was Nummern wie „Soberbeah“, „Gone“, „Second Best“ oder „Sick“ zum sicheren Futter für die Fanbasis macht(e). Experimentierfreudig zeigen sich PULLEY bei „Over It“, das neben der rockig verzerrten Gitarre Anflüge von gesprochenen Textpassagen aufweist. Unter dem Strich lehnt sich die Band aber nie so weit aus dem Melo-Core-Fenster, als dass die Anhängerschaft die Abkehr vom wohlig bekannten Strukturismus des 90’s-Punk-Rock fürchten müsste. Ein durchaus beruhigendes Gefühl.

Wertung: (7,5 / 10)

scroll to top