Phantasm III – Das Böse III (USA 1994)

phantasm3„It’s never over!“ – Weiß eine gute Fortsetzung zu schätzen: Der Tall Man

Der Tall Man ist ein Mann der Tat. Unermüdlich plündert er kleinstädtische Friedhöfe und verwandelt die Toten in zwergenhafte Monstren, die in den unwirtlichen Sphären einer fremden Welt Sklavendienste verrichten müssen. Nahezu unbesiegbar und von schier beispielloser Zielstrebigkeit, scheint der schleichenden Zerstörung Amerikas nichts mehr im Wege zu stehen. Wären da nicht Eisverkäufer Reggie und sein Kumpel Mike, die den Plänen des groß gewachsenen Finsterlings mit Waffengewalt zu trotzen versuchen. Nach dem Herzschlagfinale von „Phantasm II“ knüpft auch dessen Nachfolger (Untertiel: „Lord of the Dead“) unmittelbar an die jüngsten Ereignisse an.

Mit dem finalen Auftauchen des Tall Man (Angus Scrimm) im Leichenwagen blieb Reggie (Reggie Bannister) verletzt auf der Straße zurück, während Mike, in dessen Rolle wieder der ursprüngliche Darsteller A. Michael Baldwin schlüpfen darf, mit Gefährtin Liz im inneren des Fahrzeugs gefangen blieb. Für die junge Frau allerdings war im Folgeteil kein Platz mehr, so dass sie (mehr eine vage kenntliche Puppe) einen Crash später den vorzeitigen Tod findet. Mit knapper Not kann der herbeieilende Reggie den Freund vor dem Zugriff des Tall Man schützen, der plötzlich ein spezielles Interesse an Mike zu zeigen scheint. Doch so schnell gibt der groß gewachsene Grabräuber nicht auf und entführt ihn aus dem Krankenhaus.

Reggie macht sich sogleich auf die Suche und findet in der zunehmend apokalyptischen Provinz neue Verbündete. Neben dem wehrhaften Knirps Tim (Kevin Connors, „Pleasantville“), der als Splatter-Variante von „Kevin – Allein zu Haus“ auf groteske Weise Blut verspritzen darf, steht ihm die afroamerikanische Kampfamazone Rocky (Gloria Lynne Henry, „Im Auftrag des Teufels“) bei – und weckt selbstredend Reggies mittlerweile zum Running Gag avancierten tollpatschigen Gelüste. Mit merklich geringerem Budget als bei Teil zwei kehrt Coscarelli so zum alptraumhaft undurchsichtigen Grusel-Ambiente des Originals zurück.

Verwendung finden dabei wieder gelöschte Szenen, so beispielsweise die Rückkehr des Tall Man in frischer Gestalt. Die schwarzhumorige Komponente wird weiter ausgebaut und auch vor trashigen Ideen scheut Coscarelli nicht zurück. Mit der Figur Rockys übertreibt er es allerdings. Doch ist sie der hysterische Wermutstropfen eines kurzweilig effektreichen B-Films, der neben fliegenden Stahlkugeln und einem spektakulär verunfallenden Leichenwagen auch das Mysterium befeuert. Denn wie sagt Mikes verstorbener und plötzlich wieder auftauchender Bruder Jody (Bill Thornbury) am erneut offenen Ende: „Seeing is easy. Understanding? Well, it takes a little more time.“

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

Ähnliche Beiträge

  • Bambi 2 – Der Herr der Wälder (USA 2006)

    Fortsetzungen von Disney-Filmen sind tendenziell erstmal schlecht. „Bernhard und Bianca im Känguruland“ war da noch der beste Vertreter aus der Riege der Nachfolger. Gerade die überlebensgroßen Klassiker der Zeichentrickschmiede sollte man tunlichst unangetastet lassen. „Das Dschungelbuch 2“ bewies vor nicht allzu langer Zeit, dass ein großes Vorbild noch lange kein Garant für einen auch nur…

  • Hydra – Die Ausgeburt der Hölle (E/USA 1984)

    In der griechischen Mythologie ist die Hydra ein furchterregendes Monstrum, dem für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue nachwachsen. Wüsste dies Geschöpf um das Schindluder, das „Reitende Leichen“-Schöpfer Amando de Ossorio unter dem Pseudonym Gregory Greens anno 1984 mit seinem Namen trieb, es würde jedes Haupt vor Scham im Boden vergraben. Freuen darf sich im Gegenzug…

  • Star Trek – Der Aufstand (USA 1998)

    Nach dem ungewohnt düsteren achten „Star Trek“-Film sehnten sich die Schauspieler nach einer persönlicheren Geschichte. Emotionaler sollte es zugehen, farbenfroher und mehr den humanistischen Tendenzen von Serien-Schöpfer Gene Roddenberry zugeneigt. In diesem Sinne stehen Captain Picard (Patrick Stewart) und seine Getreuen einer entlegenen Weltraum-Siedlung bei, deren bäuerliche Bewohner aus ihrem friedlichen Jungbrunnen-Paradies vertrieben werden sollen….

  • RoboCop (USA 1987)

    Der niederländische Regisseur Paul Verhoeven kann wohl kaum als Arbeitstier bezeichnet werden, müssen die Fans des eigenwilligen Filmemachers doch meist einige Jährchen warten, bis der Meister mit neuen Werken die Kinoleinwände bevölkert. Mit diesen zieht er sich regelmäßig den Unmut etlicher Zensoren und solcher, die sich dazu berufen fühlen, zu. Meist sind diese Anfeindungen und…

  • Beneath (USA 2013)

    Im Black Lake soll ein Monster hausen. Jonathan (Daniel Zovatto, „It Follows“) weiß um die Legende, schließlich gehört seiner Familie ein Teil des Landes, auf dem sich das entlegene Gewässer befindet. Für ihn scheint es dennoch der optimale Ort, um mit seinem Schwarm Kitty (Bonnie Dennison, „Vampire Nation“), ihrem Freund Matt (Chris Conroy), dessen Bruder…

  • Johnny English (GB 2003)

    Der britische Kultkomiker Rowan Atkinson („Mr. Bean“) kreirte in den späten Neunzigern für eine Werbekampagne der Kreditkartenfirma Barclaycard den Charakter des tumben Geheimagenten Johnny English und schlüpfte auch gleich in dessen Rolle. Doch schien das Potential des hoffnungslos überforderten Spiones im Auftrag ihrer Majestät damit längst nicht ausgereizt und so präsentiert er mit „Johnny English“…