Out of Inferno (HK/CN 2013)

out-of-infernoFeuer übt eine faszinierende Anziehungskraft auf den Menschen aus. Die fatale Mischung aus zerstörerischer Kraft und hypnotischer Anmut machen sich auch Katastrophenfilme zunutze – wobei das Erstgenannte Attribut den deutlich höheren Stellenwert einnimmt. Teil des Konzepts sind stets auch Pathos und Überdramatisierung, während Aufbau und Figurenzeichnung einem ewig wiederkehrenden Muster folgen. Der chinesische Genre-Ableger „Out of Inferno“ beweist dies auf den Spuren von „Flammendes Inferno“ und „The Tower“. Regie führte das auch produzierende und am Drehbuch beteiligte Brüderpaar Oxide und Danny Pang, das mit „The Messengers“ und dem Remake ihres eigenen „Bangkok Dangerous“ bereits Hollywood-Luft schnuppern durfte.

Am heißesten Tag des Jahres bricht in einem großstädtischen Wolkenkratzer ein Feuer aus. Unter den Menschen, die von den sich rasch ausbreitenden Flammen eingeschlossen werden, ist auch Ex-Feuerwehrmann Qiang (Louis Koo, „Connected“), der just an diesem Tage im Gebäude die Eröffnung seiner Brandschutzfirma feiert. Mit ihm gefangen ist Sile (drehte mit den Pangs auch „The Eye“: Angelica Lee), die Schwangere Frau seines Bruders Dajun (Lau Ching-Wan, „Mad Detective“), mit dem er seit vier Jahren, bedingt durch den Tod des Vaters, kein Wort mehr gesprochen hat. Im Gegensatz zu Qiang ist Dajun dem Dienst bei der Feuerwehr treu geblieben und rückt mit aus, als der fatale Hochhausbrand gemeldet wird.

Natürlich bricht der Bruderzwist im Chaos von neuem auf. Als das Feuer die Flucht über die unteren Stockwerke unmöglich macht, begeben sich Qiang und Sile in die oberen Etagen. Für sie und den bald zu ihnen stoßenden Dajun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn im Fluchtstockwerk wurden verbotenerweise leicht entzündliche Gefahrgüter gelagert, so dass neben den Flammen bald auch giftige Gase das Leben der Eingeschlossenen bedrohen. Das funktioniert insgesamt passabel, da der Standard-Plot angenehm zügig in Gang kommt und im Gegensatz zu einschlägigen artverwandten Produktionen auf die üppige Einführung zu vieler irrelevanter Nebenfiguren verzichtet.

Zwei Diamantendiebe, ein Touristenpaar auf der Suche nach seiner Tochter und der Sile begleitende Frauenarzt sind da bereits das Höchste der Gefühle. Gereicht werden die papierflachen Figuren allerdings über teils geschwollene Dialoge. Das mag für einen Film dieser Art weder ungewöhnlich noch hinderlich erscheinen, nährt jedoch das größte Problem des Streifens: Das Geschehen packt bestenfalls bedingt und das Schicksal der Charaktere schert insgesamt zu wenig.  Die Darsteller agieren solide und die Pangs bleiben um spektakuläre Bilder bemüht. Nur wird die Ambition durch mäßige Computereffekte immer wieder torpediert. So bleibt es bei gediegenem und actionreichem Nervenkitzel, der jedoch einzig eingefleischten Katastrophenfilm-Freunden ans Herz gelegt werden kann.

Wertung: (5 / 10)

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