Bangkok Dangerous (USA 2008)

bangkok-dangerous-2008Wenn nicht-amerikanische Regisseure in Hollywood ihre eigenen Filme neu aufbereiten dürfen, entstehen meist dünnhäutige Kopien ohne Wirkung. Das beweisen auch Oxide und Danny Pang („The Eye“), die ihr 1999 gedrehtes Thriller-Drama „Bangkok Dangerous“ mit großem Budget und großem Star wiederkäuen. Mehr als 40 Millionen Dollar verprassten die Brüder in Thailands Kapitale, um einen (wieder) schlecht frisierten Nicolas Cage („Next“), der sich auch als Produzent hervortat, durch die Unterwelt der nimmermüden südasiatischen Metropole zu schicken.

In die nämlich verschlägt es Auftragskiller Joe (Cage), einem, das sagen bereits die einleitenden Off-Kommentare, recht zurückgezogenen und einsamen Menschen. Im Kopf hat er den Ausstieg bereits formuliert und Bangkok, so darf man glauben, wird seine letzte Station auf dem Weg in den verdienten Ruhestand sein. Gleich vier Ziele soll er für einen örtlichen Gangster beseitigen. Für Botengänge engagiert er wie gewohnt einen kleinkriminellen Einheimischen mit moderaten Englischkenntnissen, der sein Gesicht aus dem öffentlichen Raum heraushält und den er nach getaner Arbeit mit einer Überdosis zum Schweigen verpflichten kann.

Das eiserne Regelwerk des Mörders aus Profession aber wird bald einfach über den Haufen geworfen. Den Gehilfen vor Ort (Shahkrit Yamnarm, „Belly of the Beast“) macht er kurzerhand zu seinem Schüler und entwickelt dann auch noch Gefühle für eine taubstumme Apothekerin (Charlie Yeung, „Sieben Schwerter“). Woher die plötzlichen Sinneswandel rühren, verschweigen die Pangs beharrlich. Könnten es die Augen des einen sein, oder doch die zarten Hände der anderen? Jedenfalls beginnt Joe zu menscheln und wird damit zum Risikofaktor für seine Auftraggeber.

Lakonie wird schlicht mit Langeweile verwechselt, wenn der zottelige Cage traurigen Blickes sein Dasein überdenkt. Gelegentliche Gewaltspitzen sollen die Action-Klientel bei der Stange halten, die Mängel in Dramaturgie und Logik lassen sich jedoch nicht durch ein paar bewusst unspektakuläre Schusswechsel, bei denen am Ende auch noch eher schlampig John Woo zitiert wird, überspielen. Als Joe auch noch einen beliebten Politiker beseitigen soll, einen, der die Bösen bekämpft und den Armen hilft, ganz wie er es in den Augen seines Schülers tut, ringt ihm sein Gewissen einen folgenschweren Entschluss ab.

Den Ausgang der unabdingbaren Läuterung kann man sich denken, das bisweilen stark abgeänderte Original muss man dafür nicht zwangsläufig gesehen haben. Dass der zwischenmenschlich konstruierte, mit teils unmöglichen Dialogen angereicherte Film in den US-Kinos floppte, hat seine Berechtigung. Entsprechend wird er bei uns lediglich als DVD-Premiere nachgereicht. Vor Klischees strotzend und selbst bei der visuellen Umsetzung nur selten beachtenswert, haben sich die Pangs ihr Frühwerk aus der Hand nehmen lassen und es als unfreiwillig komisches Abbild gängiger Erzählvariationen aufgewärmt. Gebraucht hat solch eine Neuformulierung wahrlich niemand.

Wertung: (3 / 10)

 

scroll to top