NOFX – Pods and Gods (2000, Fat Wreck)

Glauben ist nicht Wissen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun die Existenz von Marsmenschen oder Göttern zur Realität erhebt. Wer Fantasterei mit Tatsachen gleichsetzt, muss damit rechnen, nicht ernstgenommen zu werden. Nun ist die Lobby der Religion weit größer als die der Außerirdischen. Gesteigerte Skepsis ist trotzdem in beiden Fällen angebracht. NOFX-Frontmann Fat Mike vertritt diese Position mit sympathischer Vehemenz. Was die kalifornische Punk-Institution von Gottvertrauen hält, wird in verschiedenen Songs unmissverständlich offenbar (siehe u. a. „Best God in Show“ oder „No Fun in Fundamentalism“).

Mit „Pods and Gods“ wollte Mike die Absurdität des Themas zur Jahrtausendwende möglichst überspitzt untermalen. Wirklich aufgegangen ist der Plan nicht. Die in der Vorbereitung des achten Studioalbums „Pump Up the Valuum“ entstandene, später jedoch zurecht aussortierte Nummer bietet textlich eine ironisch provokante Gegenüberstellung von irdischer Heimsuchung durch Außerirdische und Jesus Christus. Auf instrumentaler Ebene bietet der 2000 als 7″-Single erstmals vorgelegte Track (auf CD später als Teil der „45 or 46 Songs That Weren’t Good Enough to Go On Our Other Records“-Compilation zugänglich gemacht) rhythmischen Standard im Mid-Tempo-Gewand. Nicht wirklich schlecht, für die Verhältnisse von NOFX aber zweifelsfrei nur Mittelpracht.

Die B-Seite, das als Vorgriff auf „Pump Up the Valuum“ inkludierte „What’s the Matter With Parents Today?“, verkehrt den Generationenkonflikt ins Gegenteil. Plötzlich hören die Eltern Punk-Rock, lungern herum und nehmen Drogen. Zweifelsfrei ein Hit und seinerzeit zudem ungehört, heute allerdings ohne gewinnstiftende Exklusivität. Dafür ist die Abbildung des Back-Covers, eine Bilderbuchfamilie des (subtilen) Grauens, ein wunderbarer Kontrast zum Songtext. Vinyl-Prediger werden ob der orangefarbenen Aufmachung der Single, limitiert auf 12.000 Exemplare, sicher feuchte Hände bekommen. Als Highlight des nicht eben überschaubaren 7“-Angebotes durch NOFX darf „Pods and Gods“ indes nicht bezeichnet werden.

Wertung: (6 / 10)

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