Nico – Above the Law (USA 1988)

nicoseagal„You guys think you’re above the law. But you ain’t above mine!” – Nimmt das Gesetz in die eigenen Hände: Nico

Steven Seagal, man mag es aus heutiger Sicht kaum glauben, war früher mal gertenschlank. In die Pummelwurst, die den aufgeschwemmten Leib in manch gegenwärtigem Engagement über den Bildschirm wuchtet, würde Nico Toscani gleich mehrfach hineinpassen. Der war Seagals erste Rolle, im 1988 gedrehten Action-Krimi „Nico – Above the Law“. Gedreht wurde der von Action-Routinier Andrew Davis, der seine Kompetenz auch mit dem ähnlich gelagerten Chuck Norris-Kracher „Cusack – Der Schweigsame“ unter Beweis stellte.

Zusammen mit Davis entwickelte Seagal auch die Story und produzierte sein Debüt als Schauspieler. Für den einleitenden Rückblick auf Nicos bewegtes Leben öffnete er gar die privaten Fotoalben. Fast wirkt der Auftakt wie eine persönliche Vita des Hauptdarstellers. Oder eine, die er gern in der Realität verwurzelt sähe. Schließlich wurden Seagals Behauptungen, für die CIA tätig gewesen zu sein, doch in der Vergangenheit massiv angezweifelt. Vor der Kamera verschlägt es ihn als Geheimdienstler trotzdem nach Vietnam, wo er 1973 mit dem sadistischen Verhörexperten Zagon (war auch schon in „Cusack“ von der Partie: Henry Silva) aneinander gerät.

15 Jahre später ist Nico Polizist in Chicago. Mit Gattin Sara (diente auch in „Action Jackson“ als Blickfang: Sharon Stone) hat er eine Familie gegründet und die Vergangenheit hinter sich gelassen. Von ihr eingeholt wird er, als er bei Drogendealern eine Ladung Sprengstoff entdeckt, mit der wenig später ein Attentat auf die Kirche seiner Gemeinde verübt wird. Auf Geheiß der Bundespolizei sollen er und Partnerin Delores (Blaxploitation-Queen Pam Grier, „Foxy Brown“) von dem Fall zurücktreten. Aber Nico denkt nicht daran. Er wird suspendiert und gerät auf die Abschussliste alter CIA-Bekannter, die einen US-Senator ermorden wollen. Und zu denen zählt auch Foltermeister Zagon.

Trotz öliger Frisur und seltsam feminin wirkenden Laufübungen konnte Seagal bleibende Eindrücke hinterlassen. Der nicht gerade muskelbepackte Gegenentwurf zu den überlebensgroßen Schwarzeneggers und Stallones lässt im Nahkampf die Aikido-Künste sprechen und streckt einen unbewaffneten Gegner auch mal mit der Schusswaffe nieder. Tiefgang haben zwar weder seine Darbietung noch der verworrene Plot, dafür garantiert Davis‘ Zutun einen schnörkellos ruppigen Action-Thriller alter Schule. „Nico“ ist wahrlich keine Offenbarung, aber immer noch einer von Seagals überzeugendsten Filmen.

Wertung: (6,5 / 10)

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