The Patriot (USA 1998)

the-patriot-seagalMit Wildblumen zur Weltenrettung: Nach dem Flop von „Fire Down Below“ besiegelte der schwülstige Thriller „The Patriot“ den Abstieg des Steven Seagal. Dass er ausgerechnet über eine Literaturverfilmung stolpern würde, hätte sich der Kampfkünstler mit der Holzmimik (hier ausnahmsweise synchronisiert von Manfred Lehmann) wohl kaum träumen lassen. Basierend auf William Heines Roman „The Last Canadian“ spielt der passionierte Knochenbieger den naturverbundenen Mediziner und renommierten Immunologen Wesley McClaren. Der arbeitete früher für den Geheimdienst, tauschte die Belange der nationalen Sicherheit aber gegen das beschauliche Leben als Landarzt.

Unweit seiner Ranch wird der ultranationalistische Chisolm (Gailard Sartain, „Mississippi Burning“), Führer einer paramilitärischen Gruppierung, von der Bundespolizei belagert. Als er nach Wochen die Waffen streckt, geschieht dies nicht ohne Hintergedanken. Denn der Fanatiker hat sich mit einem bakteriologischen Kampfstoff infiziert und bringt das tödliche Virus schnell über die ganze Region. Die Regierung verhängt eine Quarantänesperrung und schickt das Militär. Im Chaos übernimmt Chisolm mit seiner Privatarmee die Kontrolle. Doch glaubte er ursprünglich, ein wirksames Gegenmittel in der Hinterhand zu haben.

Als die von McClaren entnommenen Blutproben zeigen, dass neben ihm auch Tochter Holly (Camilla Belle, „10,000 B.C.“) gegen den Erreger immun ist, setzen die Extremisten alles daran, das Kind zur Gewinnung eines echten Impfstoffs in die Hände zu bekommen. Aufregung resultiert aus dieser krude in Grund und Boden geschwätzten Konstellation keine. Vermutlich wollte Seagal, der auch als Produzent fungierte, in einem Film von politischer Tragweite mitwirken. Mit ihm als Hauptdarsteller verkommt die Ambition – man darf sich durchaus an „Auf brennendem Eis“ erinnert fühlen – aber zur oberflächlich pathetischen Farce.

Weit schwerer allerdings wiegt, dass die spärliche Billigaction (im Gegensatz zu Seagals Regiedebüt) kaum milde stimmt. Der Film des Oscar-prämierten Kameramanns Dean Semler („Der mit dem Wolf tanzt“) will viel, bietet aber vor allem viel zu wenig. Erst recht keinen starken Schurken, der die Blässe des Helden relativieren könnte. Und wenn der politische Subtext, das Westernambiente und Nebenakteur L.Q. Jones („The Wild Bunch“) schon an behämmerte Öko-Binsenweisheiten und rettenden Blütenregen verschwendet werden müssen, dann darf ein Seagal doch verdammt noch mal nicht öfter die Brille auf- als Gegnern die Faust durchs Gesicht ziehen!

Wertung: (3 / 10)

scroll to top